JULIA KADEL TRIO

CD: JAZZ: Der Zauber des Assoziativen

Andreas Collet

Von Andreas Collet

Mi, 07. Januar 2015

Rock & Pop

Nach der legendären Jutta Hipp ist Julia Kadel die zweite deutsche Pianistin, die auf dem renommierten Blue Note Label veröffentlichen darf. Einem Ritterschlag gleich adelt dies das noch so junge Trio und lässt die Erwartungen an sein Debüt entsprechend wachsen. "Es ist ihr Baby, doch wir ziehen es zusammen groß", sagen Bassist Karl-Erik Enkelmann und Schlagzeuger Steffen Roth. Denn Kadel steuert sieben der 13 Kompositionen bei, die restlichen sechs sind Improvisationen des Trios. Sich nicht um Grenzen scheren, Neues ausprobieren, aufeinander hören, dies ist die Essenz der Band. Auf "Fragen" setzt forsch das Piano mit einer kleinen melodischen Figur ein, wird vom Bass aufgegriffen und kommentiert, das Schlagzeug gesellt sich hinzu und Kadel treibt mit satten Akkorden an. "Regentag" gefällt mit seiner lyrisch-melancholischen Stimmung und rhythmisch feinst differenzierten Nuancen. So sind alle Titel assoziativ angelegt und der Hörer kann das musikalische Universum der Band entdecken und sich den Klangwelten hingeben und diese erkunden. Chapeau!
Julia Kadel Trio: Im Vertrauen (Blue Note)