BAr

ROCK: Eine ganz eigene Sprache

Joachim Schneider

Von Joachim Schneider

Mi, 06. Juni 2018

Rock & Pop

Etwas stimmt nicht. Manchmal löst das Unbehagen aus, manchmal Staunen, manchmal eine Art Lähmung. Das zweite Album der Freiburger Band Bar heißt "Keep Smiling". Egal was da los ist, was da nicht stimmt – weiter lächeln. Egal ob gerade was schief geht – wie beim Pärchen, das sich nix zu sagen hat, sondern nur zugedröhnt ist wie in "Massively Passive". Das erzählt zwar von einer großen Starre, das aber extrem flüssig und brodelnd. Oder wenn wie im Titelsong eine ungeahnte Zärtlichkeit zu spüren ist, während drum herum alles aus den Fugen gerät. Oder wenn das Mantra in "I Think It Will Be Fine", dass alles passt, immer rätselhafter wird. Wahnsinn oder Wahrheit? Widersprüche sind da, um sie auszuhalten. Bar bewegt sich in gewohnten Gefilden - grob gesagt Zeitlupen-Country-and-Roll -, die Musiker lassen sich aber noch mehr Zeit zum Erzählen, mischen mehr Farben und Dreck in die Songs. Risse, Unschärfen und Fehler verleihen den Bildern eine ganz eigene Sprache, was das Quartett so ziemlich einzigartig macht.

Bar: Keep Smiling (Rookie). Live: Do, 14. Juni, Freiburg, Slow Club, 20 Uhr.