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29. Februar 2016

Kritik in Kürze

Sonar im Freiburger E-Werk

Ein Sound, der archaisch-rituelle Welten assoziieren lässt und dabei die komplex gestalteten Klangsprachen von heute nutzt und zelebriert. Der trancenahe, meditative Erlebnisräume und klare Kompositionstechniken zusammenführt. Sonar aus der Schweiz machen es möglich. Das international hochgelobte Quartett gab jetzt im Freiburger E-Werk ein Konzert der Extraklasse. Die vier Musiker flechten einen Minimal-Rock, der, obwohl beeinflusst von Steve Reich, Glenn Branca oder King Crimson mit Adrian Belew, eine völlig eigene Note, einen Personalstil, besitzt. Ohne Hast legen die beiden Gitarristen mit ihren speziell (im Tritonus) gestimmten Instrumenten schillernde Riffs und fragile melodische Sequenzen übereinander. Weite Spannungsbögen, polymetrische Landschaften sind Hauptmerkmal dieser durchkomponierten Musik. Darin eingebunden das Spiel des Rhythmusteams: Der Bassist verwöhnt mit knorrigen, voluminösen Noten und stimulierenden Ostinati, während der Drummer stets aufs Neue mit ungeraden Metren, verfeinerten Rock-Mustern, einer raffinierten Reduktion und der Präzision eines Uhrwerks besticht. Beachtlich, wie diese Formation innerhalb schwebender Soundscapes immer wieder durch Dynamik dramatische Spannung bewirkt. Sonar erlauben den körperlichen Kick ebenso wie das luzide, wache Hören. Viel Jubel.

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Autor: Udo Andris