Regiobaumtag in Zeiten des Klimawandels

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 21. August 2018

Rümmingen

70 Teilnehmer folgen der Einladung von Gartenbauunternehmer Markus Hügel nach Rümmingen.

RÜMMINGEN (BZ). Um Bäume, ihre Pflege und ihre Standortbedingungen geht es seit vier Jahren beim Rümminger Garten-und Landschaftsbaubetrieb von Markus Hügel im Rahmen des Regiobaumtages, bei dessen fünfter Auflage es nun – passend zur aktuellen Sommerhitze – um Bäume in Zeiten des Klimawandels im Dreiländereck ging.

Zum Seminartag kamen 70 Teilnehmer aus den Branchen Garten- und Landschaftsbau sowie Baum- und Gartenpflege, aber auch Mitarbeiter der Stadtgärtnereien etwa aus Freiburg, Müllheim, Rheinfelden und Waldshut/Tiengen, von Werkhöfen aus dem Oberen und Kleinen Wiesental, vom Hochrhein und von weiteren Kommunen aus der Region, auch aus Riehen und Basel. Mit vertreten war auch die Kreisobstbauberatung um Klaus Nasilowski.

Markus Hügel als Initiator hatte hochkarätige Fachleute aus dem Bereich Baumpflege mit ins Boot geholt, und gemeinsam boten diese Referenten einen informativen Workshop. Deutlich wurde dabei, dass Baumpflege beileibe nicht nur etwas für Gartenbesitzer oder aber Gärtner und Landschaftsbauer ist, sondern durch Aspekte wie Standsicherheit und Krankheiten, aber auch Luftreinhaltung – und damit Lebensqualität – gerade im städtischen Raum auch ins öffentliche Leben hineinreicht.

Thema: "Neue Bäume braucht das Land"

Im Eingangsreferat gingen Kreisobstbauberater Klaus Nasilowski und der Biologe und Zoologe Dr. Olaf Zimmermann auf neue Schadinsekten im Gartenbau und öffentlichen Grün ein. Auf den globalisierten Handelswegen kämen immer mehr Schadinsekten in hiesige Baumbestände, etwa aus Asien der Laubholzbockkäfer oder der Japankäfer, aber auch der vorzugsweise den Kirschen und Zwetschgen im Erwerbsobstbau zu Leibe rückende amerikanische Buschbockkäfer. Ebenso aus USA kommt die Maulbeerschildlaus. Während es gegen einige dieser neuen Schädlinge Pflanzenschutzmittel gibt, um sie auszurotten, hilft gegen andere nur eine strikte Quarantäne

Nachdem Diplom-Forstwirt Peter Klug über die neue Baumpflegeverordnung referiert hatte, gab es von der Leiterin Grünflächen der Stadtgärtnerei Basel, Yvonne Aellen, interessante Ausführungen zu Stadtbäumen im Klimawandel. In Kombination mit dem Gartenbauberater Dirk Leistikow (Thema: "Neue Bäume braucht die Stadt") erfuhren die Workshop-Teilnehmer, dass viele eingeführte und "altgediente" Stadtbäume, angefangen von der Rosskastanie über Platanen, Eichen und Eschen angesichts von steigenden Temperaturen, langanhaltender Trockenheit im Frühjahr, Sommer und Herbst sowie starker Niederschläge im Winter Standortbebedingt gesundheitliche Probleme bekommen. Über 400 Bäume seien in diesem Frühjahr und Sommer in Basels öffentlichem Grün mitunter so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass teilweise Rodungen unumgänglich sind, hieß es. Erschwerend zu den Klimaauswirkungen hinzu kämen Krankheiten und Schädlinge wie der Eichenspinner und das Eschentriebsterben. Passend zu diesen Erkenntnissen empfahl Gartenbauberater Dirk Leistikow, bei Neuanpflanzungen auf Arten wie Kirchlinde, Hopfenbuche, Steineiche, Rotesche oder Eisenholzbaum zu setzen. Hasel, Birke und Erle als robuste angestammte Sorten hätten das gerade im urbanen Raum relevante Problem Pollenbelastung für Allergiker, fügte die Basler Grünspezialistin an. Der Binzener Diplom-Forstwirt Dr. Frank Krumm ließ die Workshop-Teilnehmer an den Erkenntnissen seines Arbeitgebers "Eidgenössisches Institut für Wald, Schnee und Landschaft" in Birnensdorf zu eingeführten Baumarten, aber auch deren Gefärdung durch so genannte invasive Pflanzen wie Springkraut, Götterbaum oder japanischen Knöterich teilhaben. In den Referaten von Gartenbautechniker Peter Strobel ging es um den Einsatz professioneller Akkugeräte in der Baumpflanzung und -pflege.