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02. November 2013

Rumpelhausen hat nun auch ein Haus

Der Verein für den Spielplatz im Stühlinger und das Mütter- und Familienzentrum Klara arbeiten Hand in Hand.

  1. Viel Betrieb herrscht immer in „Rumpelhausen“, dem Familienspielplatz im Stühlinger. Foto: Michael Bamberger

  2. Bei einer Feier wurden das Spielhaus und der Kletterpark eingeweiht. Foto: Michael Bamberger

STÜHLINGER. Kein gewöhnlicher Spielplatz ist das, was da in jahrelanger Arbeit in der Verlängerung der Ferdinand-Weiß-Straße in Richtung Bahnlinie entstanden ist. Und auch der Begriff Abenteuerspielplatz trifft es nicht so recht, denn im Grunde ist es ein kleinen, etwa 2000 Quadratmeter großes Paradies – nicht nur für die Kleinen und etwas Größeren, sondern auch für die ganz Großen. Familienspielplatz "Rumpelhausen" nennt sich der Ort, der nun um ein Spielhaus und ein Klettergerüst ergänzt wurde – in privater Initiative mit Unterstützung der Stadt.

Eine Kooperation der beiden Stühlinger Vereine "Rumpelhausen" und "Mütter- und Familienzentrum Klara" hat es möglich gemacht. Sie teilen sich das gut 20 Quadratmeter große Spielhaus, in dem künftig an Vormittagen die Naturspielgruppe "Rumpelkinder" betreut werden kann. In einer kleinen Feier im Beisein von Bürgermeisterin Gerda Stuchlik und Martin Leser vom Garten- und Tiefbauamt der Stadt, vielen großen und kleinen Kindern und zahlreichen heute noch oder einst aktiven Eltern wurde nach einem Jahr Vorbereitung das kleine Häuschen mit Veranda eingeweiht.

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Schon vor 40 Jahren gab es eine Initiative aus der Nachbarschaft, an dieser Stelle, auf der kleine Alleebäume daran erinnern, dass hier einmal eine Straße geplant war, einen Spielplatz einzurichten. Nach und nach verfiel das Ganze, bis es schließlich zu einem Lager für Baumaterial verkam. Für Martin Destruelle, den amtierenden Vorsitzenden von "Rumpelhausen", seinen Vorgänger Matthias Kolodziej und die vielen mitstreitenden Väter und Mütter (Vorgänger) war es vor sechs Jahren ein hartes Stück Arbeit, bis hier ein richtiger "Familienspielplatz", wie sie ihn nennen, entstehen konnte. "Zwei, drei Jahre hat es gedauert", erzählt Kolodziej. Nun dürfen hier auch Erwachsene – mit Kind – spielen, werkeln, bauen, toben. 50 bis 60 Mitgliedsfamilien besuchen "Rumpelhausen" regelmäßig, 100 bis 150 gelegentlich.

"Ein idealer Freiraum", zeigte sich Gerda Stuchlik an diesem Spätnachmittag beeindruckt davon, was hier geleistet wurde und wird, während Malte Muke (13) und Joschka Linß (15), die das Spielhaus mit anderen zusammen mit Graffiti verzierten ein Auge auf die Jüngsten haben, die Schubkarre um Schubkarre voll Laub zur Feuerstelle fahre.

Finanziert wurden die gut 20 000 Euro, die das Haus von der Planung bis zur Fertigstellung benötigte, mit Spenden vieler Privatleute aber auch der PSD-Bank, der IKEA-Stiftung und immer wieder auch mit Erlösen aus dem traditionellen Freiburger 24-Stunden-Lauf. "Und viele Handwerker haben neben unserer Eigenarbeit umsonst Hand angelegt", berichtet Martin Destruelle.

Dass das Mütter- und Familienzentrum Klara nun mit einer Gruppe für Kinder bis zu drei Jahren einzieht, hat fast familiäre Gründe. "Das geht soweit, dass Vorstände miteinander verheiratet sind", sagt lächelnd Uta Linß, die Geschäftsführerin des Zentrums, dessen Ableger hier zehn Kinder an Vormittagen betreuen kann. 300 Euro Miete pro Monate zahlt das Zentrum an "Rumpelhausen". "Vielleicht", so die Hoffnung von Linß und Destruelle, "können wir über kurz oder lang hier eine halbe oder ganze Stelle für Rumpelhausen schaffen."

Autor: Hans-Henning Kiefer