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15. November 2011 19:00 Uhr

Neue Attraktion

Europa-Park: Gemeinderat macht Weg für Luc Bessons Minimoys frei

Der Europa-Park hat grünes Licht für sein geheimnisumwittertes Projekt mit Star-Regisseur Luc Besson erhalten. Der Gemeinderat befürwortete mehrheitlich die neue Attraktion – die nicht unumstritten ist.

  1. Luc Besson und sein Titelheld Arthur. Foto: BZ

In einer mehr 3000 Quadratmeter großen Halle zwischen Mühlbach und Hausenerstraße (auf Höhe der Einmündung Marlener Straße) will der Park im bestehendem Park-Gelände Bessons Filmhelden "Arthur und die Minimoys" in einer Art Kinder-Achterbahn zum Leben erwecken. Am Montag hat der Gemeinderat die notwendigen Bauanträge mehrheitlich befürwortet.

Das Projekt, das für den Europa-Park den Beginn einer "in die zukunftweisenden Zusammenarbeit mit Luc Besson" (Roland Mack vor Monaten vor der Presse) sein soll, hat den Ruster Kommunalpolitikern zuletzt einige Kümmernisse bereitet. Die Dimension der Halle am Standort nahe der Wohnbebauung und die von den Anwohnern und Gemeinderäten erwartete zusätzliche Lärmentwicklung hatten für reichlich Gesprächsstoff zwischen Planern und Anwohnern und für Debatten im Gemeinderat gesorgt. Dass noch immer nicht alle Bedenken beseitigt werden konnten, machte die neuerliche Diskussion um die Bebauungsplan-Änderung für das Areal "Mühlefeld-West" deutlich.

Zwei Knackpunkte

Die Änderung ist Voraussetzung für das Projekt, zu dem auf dem Areal nicht nur der Bau einer sogenannten Dunkelfahrtachterbahn mit Kinderkarussell und Kind-Freefall-Tower im Themenbereich Märchenwald zählt. Auf dem Gelände, das wohlgemerkt bereits zum Park-Areal gehört, plant der Europa-Park überdies einen Neubau mit Personalwohnungen samt Autostellflächen sowie zwei Brücken über die Elz beziehungsweise den Mühlbach, damit die Parkbesucher vom Märchenwald aus die neue Attraktion überhaupt erreichen können.

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Neben vielen Detailfragen wie absolute Gebäudehöhe oder Neigung von Teilen des Hallendaches, die dann noch eine Dachbegrünung zuließe, sowie Höhe und Abstand von der Grundstückgrenze für Fenster beziehungsweise Be- und Entlüftungsschächte kristallisierten sich nach der Vorstellung des neuen Bebauungsplanentwurfes durch den Freiburger Planer Holger Fischer noch zwei Knackpunkte heraus: Die Größe des Gastronomiebereichs im Hallenkomplex sowie die abschnittsweise geplante Führung der Dunkelachterbahn ins Freie mit einem Streckenverlauf über Elz und Mühlbach.

Belastung für Anwohner?

Beide Punkte wurden als zusätzliche Lärmquelle und Belastung für die Anwohnerfamilien in der Park-Nachbarschaft vom Gremium gedeutet, beide Punkte waren nach altem Bebauungsplan für das Areal noch ausgeschlossen. Auf beide Punkte wiesen in der Sitzung gleich mehrere Ratsmitglieder hin. Steffen Bühler (SPD) brachte es mit einer persönlichen Erklärung für alle seine Kolleginnen und Kollegen auf dem Punkt: "Das ist und war für den Gemeinderat ein schwieriger Bau. Wir mussten abwägen, welche Interessen in Einzelpunkten schwerer wogen, die der Nachbar oder die des Parkes. Kompromisse mussten gesucht werden. Mich hat der ganze Prozess belastet".

Eine der Kompromisse war beispielsweise, dass der Thekenbereich beim Ausschank im Gastrobereich auf 15 Meter Länge und zugleich die Zahl der Sitzplätze auf 60 beschränkt wurde. Überdies dürfen an der Halle keine Öffnungen für Lüftungsschächte auf der Nordseite des Gebäudes angebracht werden.

Trotz der Kompromissformeln passierten Bebauungsplanänderung wie auch die Bauanträge des Europa-Parks das Gremium nicht ohne Gegenstimme. Gegen den vorliegenden Bebauungsplan votierte drei Gemeinderäte (neun Ja-Stimmen). Der Bau der Personalwohnungen wurde mit neun Ja-Stimmen (eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen) befürwortet. Knapp ging’s beim Antrag zum Bau der Dunkelfahrachterbahn her. Mit sieben Ja-Stimmen und fünf Nein-Stimmen gab der Gemeinderat dem Europa-Park grünes Licht für das Luc-Besson-Projekt.

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Autor: Klaus Fischer