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15. Februar 2012

Grünes Licht für Besson-Projekt

Europa-Park trifft eigens Sondervereinbarung mit Anwohner.

RUST. Jetzt hat der Europa-Park grünes Licht für sein Projekt mit dem französischen Star-Regisseur Luc Besson bekommen. In einer mehr 3000 Quadratmeter großen Halle zwischen Mühlbach und Hausenerstraße (auf Höhe der Einmündung Marlener Straße) will der Park im bestehendem Park-Gelände Bessons Filmhelden "Arthur und die Minimoys" in einer Art Kinder-Achterbahn zum Leben erwecken. Am Montag hat der Gemeinderat mit der Änderung des Bebauungsplanes für Mühlfeld-West die letzte Hürde beseitigt.

Einstimmigkeit war im Gremium indes nicht herzustellen: Elke Maria Ringwald und Harald Schwörer (beide ABFR) sowie Steffen Bühler (SPD) meldeten mit ihren Gegenstimmen weiter Bedenken gegen Teile des Bebauungsplanes an. Zuvor hatte der Freiburger Stadtplaner Holger Fischer vom gleichnamigen Planungsbüro die geringfügigen Änderungen im Bebauungsplan erläutert. Diese wurden gegenüber dem Vorschlag aus dem Vorjahr von Verwaltung und Gemeinderatsmehrheit nach der Behördenanhörung notwendig. Von Seiten der Bürger wurden im Rahmen der Offenlage keine Anregungen und Bedenken vorgebracht, erklärte Bürgermeister Günter Gorecky in der Sitzung. Allerdings: Ein Anwohner zum Bereich, in dem der Park die neue Indoor-Achterbahn bauen will, hatte mit dem Europa-Park besondere Vereinbarungen getroffen, die als Anhang dem Satzungsbeschluss beigefügt wurden.

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Das Änderungsverfahren wurde notwendig, da die Entwicklung des Europa-Parkes in diesem Bereich nicht mehr mit den Festsetzungen des "alten" Bebauungsplanes aus dem Jahre 2002 übereinstimmte. Mit dem Thema war der Gemeinderat bereits in Sitzungen am 24. Oktober und am 14. November beschäftigt. Das etwa 1,2 Hektar große Gelände umfasst das Gebiet zwischen Elz und Mühlbach im Westen sowie der Hausenerstraße im Osten. Das ganze Plangebiet ist im Besitz des Europa-Parks, der im nördlichen Bereich eine sogenannte Dark-Ride-Halle mit einem Rundfahrgeschäft von 650 Metern Länge plant, das innerhalb und außerhalb der Halle geführt wird. Im südlichen Bereich werden drei Gebäude mit vier Geschossen für Personalwohnungen errichtet. Drei Brücken über die Elz und den Mühlbach sollen das Gelände erschließen.

Kümmernisse hatten Ratsmitglieder und Anwohner mit erhöhter Lärmbelästigung durch das Rundfahrgeschäft, das das Gebäude an zwei Stellen verlässt. Der Park versicherte im Oktober des vergangenen Jahres schriftlich, dass die Bahn so sensibel gestaltet werde, dass Beeinträchtigungen der Nachbarschaft vermieden würden. Detailliert geregelt sind die zulässigen Gebäudehöhen von 5,50 bis maximal 16,50 Metern. Die geplante Imbisstheke soll nicht größer als 15 Quadratmeter werden und nur 60 Sitzplätze sind maximal zulässig. Maximal 80 Prozent der Grundfläche dürfen bebaut werden. Im Bebauungsplan enthalten sind Lärmschutzwerte in den verschiedenen Bauzonen im Bereich von tagsüber 48 bis 55 dB(A) und nachts von 33 bis 40 dB(A), die nicht überschritten werden dürfen.

Die Anwohner in der Hausenerstraße befürchten Beeinträchtigungen in ihrer Wohnqualität sowohl durch zusätzlichen Lärm als auch durch massive Bebauung. In der Vereinbarung mit einem Anwohner garantiert der Park deshalb, dass eine Rampe an der Grundstücksgrenze mit einer 1,20 Meter hohen Mauer versehen wird, und dass Kühlaggregate und Lüftungsanlagen so ausgeführt werden, dass kein zusätzlicher Lärm entstehen wird.

Autor: Adelbert Mutz