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06. Mai 2010 21:30 Uhr

Freizeitpark

Hier plant der Europa-Park sein fünftes Hotel

Knackt der Europa-Park die magische Marke von einer Million Übernachtungen pro Jahr? Das erscheint in nicht allzu ferner Zukunft möglich, denn der Freizeit-Gigant in Rust plant sein fünftes Hotel.

  1. Wildwest-Romantik im neu gestalteten Camp-Resort des Europa-Parks, das am Dienstag eröffnet wurde. Foto: Europa-Park

RUST. Im Europa-Park wird gerne gefeiert, und nicht selten sich selbst. Am Dienstag war wieder so ein Tag: Gefeiert wurde die Eröffnung des Silver Lake Saloons, das neue Zentrum im Tipidorf, das jetzt fast wie ein neuer Themenbereich daherkommt, mit Zelten, Blockhütten, Planwagen – Wildwestromantik pur. Und die nächste Fete wartet schon: Der Europa-Park will sein Projekt "fünftes Hotel" angehen, kündigte Roland Mack vor Medienvertretern im Saloon an. "Mehr werde ich heute zu diesem Thema nicht sagen", erklärte der Europa-Park-Chef und ging zur Tagesordnung über: Feiern.

Die Recherchen der BZ haben ein klein wenig Licht ins Dunkel, sprich in die neuen Pläne des Europa-Parks, gebracht. Das Freizeitpark-Unternehmen ist offenbar mit der Kommunalen Entwicklungsgesellschaft, die von der Gemeinde Rust mit der Erschließung und Vermarktung der Flächen im Süden beauftragt wurde, einig über den Kauf einer Fläche direkt an der Elz in der Größenordnung von rund 10 000 Quadratmetern. In der Nähe des Fitnesszentrums, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Colosseo aber am rechten Ufer der Elz soll das neue Hotel einmal entstehen.

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In der aktuellen Planungsphase habe es den Projektnamen "Belle Rock", was als Hinweis gewertet werden kann, dass der Europa-Park mit seinem fünften Hotel-Projekt von der bewährten Linie "südländischer Stil" abweicht und sich in der Architektur an anderen europäischen Baustilen orientieren will.

In einem BZ-Interview zur Parkeröffnung im April dieses Jahres hat Roland Mack schon eine Zeitschiene für das neue Hotel-Projekt gezeichnet. Mit dem Bau der – wie zu vermuten ist – 1000 Betten umfassenden Herberge soll noch Ende dieses Jahres begonnen werden. Die Eröffnung sei für das Frühjahr 2012 geplant, so Mack gegenüber der BZ. Mit dem fünften Hotel könnte der Europa-Park dann auch die eine Million Grenze bei den Übernachtungen pro Jahr knacken. Bisher hat der Park mit seinem Angebot von 3500 Betten in Hotels, Gästehaus und Zeltdorf die 900 000-Marge schon deutlich überschritten und hat damit im Park fasst so viele Übernachtungen wie die Stadt Freiburg mit 5000 Betten und 1,2 Millionen Übernachtungen pro Jahr.

Dass dieser Zeitplan auch realisiert werden kann, dafür will die Gemeinde Rust die notwendigen Vorleistungen erbringen. Schon in der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzung am 17. Mai werde die Verwaltung einen entsprechenden Entwurf für eine Änderung des Bebauungsplans im Bereich Mühlefeld/Oberfeld den Gemeinderat vorlegen, bestätigte gestern Bürgermeister Günter Gorecky auf BZ-Anfrage. Darin gehe es etwa um Veränderungen der Baufenster und in Einzelbereichen auch um Höhenbegrenzungen für Bauten. Bis das Änderungsverfahren abgeschlossen ist, würden allerdings einige Monate ins Land gehen, erklärte Gorecky. Zum ersten Spatenstich noch im Jahr 2010 könnte es aber allemal reichen.

Wildwest-Atmosphäre in Südbaden

Unterdessen feiert der Europa-Park schon einmal seine neueste Attraktion: Rund um den Saloon ist ein wildromantisches Wildwest-Lager mit Tipis, Planwagen, Marterpfahl und Blockhütten (bisher schon Teil des Camp-Resorts) entstanden mit Blick in die "unendliche Weite der Prärie". Die erscheint allerdings nur unendlich, sie reicht nur bis zu den Rheinauen des Taubergießens. Neues Zentrum des Resorts, das 412 Betten in "Rooms" für die kleine Familie, aber auch für größere Gruppen oder Schulklassen bietet, ist der Silver Lake Saloon: 190 Sitzplätze über zwei Etagen – 60 Plätze auf der Galerie – und eine Bühne für Shows, Cowgirls im Service und Texas-Burger, Western Steaks oder Spare Ribs und eine Dekoration, in der sich John Wayne wie Zuhause gefühlt hätte.

Roland Mack bewertete das gelungene Ambiente einmal mehr als Pionierleistung des Parks. "Wir hatten wie so oft keine Strickmuster, keine Rezeptur, auf die wir zurückgreifen konnten. Wir haben es angepackt und einfach etwas daraus gemacht, dank der Kreativität unserer Mitarbeiter, dem Vertrauen unserer Partner und dem Pioniergeist unserer Familie", sagte Roland Mack.

Unter den Teilnehmern der Eröffnungs-Party waren nicht nur Thomas Schäuble, Chef der Rothaus-Brauerei und Kooperationspartner bei der Realisierung des Saloon-Projektes, oder Victor Juschtschenko, bis vor wenigen Monaten Präsident der Ukraine mit Familie, sondern auch Vater Franz Mack, der sich wie die versammelten Journalisten an einer fulminanten Westernshow auf der Bühne, an Chicken Drum Sticks zu Baked Potatos oder American Pancakes mit Ahornsirup auf dem Teller erfreute.

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Autor: Klaus Fischer