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20. September 2014

In der Luft mit Luc Besson

Regisseur Luc Besson weiht "Arthur" im Europa-Park ein / Seine Filme waren Vorbild für die Bahn.

  1. Mit Jürgen, Michael und Roland Mack testet Luc Besson (von links) die Bahn „Arthur“. Foto: Patrick Seeger (dpa)

RUST. "Bonjour", ruft Luc Besson fröhlich in den Kinosaal und begrüßt so die rund 170 Journalisten aus aller Welt, die am Donnerstag im Europa-Park sind, um zu verfolgen, wie der Starregisseur "seinen" Themenpark einweiht. "Arthur im Königreich der Minimoys" basiert auf der Filmtrilogie des Franzosen. Gemeinsam mit der Familie Mack dreht der Regisseur gleich zwei Testrundfahrten in der neuen Bahn – und das neuartige Fahrsystem entwickelt sich bereits zum Verkaufsschlager.

"Ein System haben wir bereits nach Dubai verkauft", sagt Roland Mack vor dem Eingang der neuen Familienattraktion. "Nächste Woche kommt außerdem der Besitzer eines großen chinesischen Freizeitparks, um sich ’Arthur’ anzuschauen – aber der Vertrag ist auch schon so gut wie unter Dach und Fach", meint der Mitbegründer des Europa-Parks selbstsicher.

Auch Luc Besson, der Filme wie "Léon, der Profi", "Das fünfte Element" oder aktuell "Lucy" drehte, zeigt sich von der Bahn begeistert – und will gleich noch eine Runde drehen. Während des Gesprächs mit Roland und Michael Mack im Kino, in dem das "Making of" der neuen Attraktion gezeigt wird, sagt Besson: "Ich freue mich, dass Arthur hier sein reales Zuhause gefunden hat."

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Ihm gefalle vor allem, wie das Königreich von Arthur in die Natur eingebettet sei – denn die sei ihm sehr wichtig: "Das schönste Kompliment, das ich wegen Arthur bekommen habe, war von einem Freund. Der erzählte mir, dass seine Kinder im Garten nur noch auf der Mauer laufen, um die kleinen Lebewesen im Gras zu schützen." Denn im Film geht es um die Minimoys, die unter der Erde und im Gras leben. Auf die Frage, was seine Kinder zu seinen ’Arthur’-Filmen meinen, sagt Besson lachend: "Als sie klein waren, fanden sie es toll, heute ist es ihnen egal. Jetzt wollen sie lieber ’Lucy’ sehen."

Gibt es bald einen Harry-Potter-Themenpark?

Dass es überhaupt zur Kooperation kam, das sei Michael Macks Verdienst gewesen. Der ist einfach nach Paris gefahren, um Besson zu fragen. Und hat ihn tatsächlich davon überzeugt, seinen Film als Attraktion in einem Freizeitpark umzusetzen. Eine Idee, die auch bei anderen Filmstudios ankomme, meint Roland Mack: "Universal hat sich bereits gemeldet, Harry Potter sei doch auch eine geeignete Figur", so Mack. Tatsächlich sei zum 40. Jubiläum des Parks im nächsten Jahr schon eine weitere Attraktion in Planung – die Figur finde man aber bereits im Europa-Park, sagt Mack geheimnisvoll. Mit dabei bei der verspäteten offiziellen Eröffnung war der Filmmusikkomponist Eric Serra, der die Musik von ’Arthur’ für den Europa-Park neu einspielte.

Der Betrieb des Fahrgeschäfts für Familien, dessen Planung und Bau fünf Jahre lang dauerte, läuft nach technischen Anlaufschwierigkeiten seit dem Sommer. Der tödliche Unfall eines Bauarbeiters überschattete die Testphase (die BZ berichtete). Innerhalb weniger Wochen sind bereits zwei Millionen Besucher mit "Arthur" gefahren. Zum Ort des Geschehens geht es geschlossen nach der Pressekonferenz. Dort setzen sich der Regisseur und die Macks in die Bahn, nachdem ein schweizer, ein deutscher und ein französischer Pfarrer die Bahn gesegnet und eingeweiht haben.

"Arthur" ist die erste Bahn, die unter den Schienen hängt, außerdem sind die Wagen einzeln steuerbar und können sich drehen. Sie ist 550 Meter lang, an und in ihr wurden 30 Kilometer Kabel verbaut. Nach der zweiten Testfahrt ist der Rummel um ihn dann aber auch dem Starregisseur irgendwann genug: Dutzende Kameraleute und Fotografen bestürmen ihn, bis er sich in den Shop von Arthur zurückzieht.

Autor: Julia Dreier