Politiktag, Internetbefragung und Cliquenvideo

Theo Weber

Von Theo Weber

Mi, 04. November 2009

Rust

Die Gemeinde Rust will erreichen, dass sich die Jugendlichen einbringen / Ein Jugendhearing für die 14- bis 20-Jährigen ist am 29. Januar geplant

RUST. Erfahren, was Jugendliche von der Gemeinde halten, sie an Meinungsbildungsprozessen beteiligen und sie an Entscheidungsprozesse heranführen ist das Ziel einer Initiative, die in Rust demnächst anläuft. Ein Politiktag in der Schule, eine Internetbefragung und ein Cliquenvideo dienen der Vorbereitung eines Jugendhearings, das am 29. Januar stattfinden soll.

Es gehe um "Jugendbeteiligung in der Gemeinde", Bürgermeister Günter Gorecky bei der Vorstellung des Projekts, an der auch Rektor Karl-Heinz Debacher sowie Udo Wenzl und die Juze-Leiterin Yvonne Kehl, die Moderatoren und Projektbegleiter teilnahmen.

Seit zehn Jahren sei, so Wenzl, die Beteiligung der Jugend an kommunalen Prozessen ein Phänomen. Gezeigt habe sich, dass Jugendbeteiligung über einen Jugendgemeinderat nicht funktioniere. Deshalb suchten die Kommunen nach anderen Formen der Beteiligung, die Jugendliche mehr anspreche.

In Rust sind zunächst drei Schritte geplant, die die Jugendlichen – angesprochen sind die 14- bis 20-Jährigen – eher zum Mitmachen animieren sollen. Am 1. Dezember ist für die Klassen sieben bis neun ein Politiktag. Der Tag ist gleichzeitig der Startschuss für eine Internetbefragung der Jugendlichen. Zehn Fragen sind da zu beantworten. Damit sich möglichst viele Ruster Jugendliche daran beteiligen, wird der Bürgermeister die Jugendlichen anschreiben. Karl-Heinz Debacher ist zudem wichtig, dass die Jugendlichen, die auswärtige Schulen besuchen, auch von dort zum Mitmachen animiert werden. Deshalb soll mit den Schulen Kontakt aufgenommen werden.

Dritter Baustein ist ein Cliquenvideo. Nach dem Motto "Raus aus dem Juze, ran an die Jugendlichen" will Yvonne Kehl mit einem Team zu den Jugendlichen auf die Straße und in die Vereine und sie befragen. Damit sollen auch sie für das Jugendhearing sensibilisiert werden.

Die Internetbefragung, die den Dezember über läuft, wird im Januar ausgewertet und dient als Grundlage für das Jugendhearing am 29. Januar. Dazu sind alle Ruster Jugendlichen eingeladen. Die Teilnehmer sollen mit dem Cliquenvideo auf den Tag eingestimmt werden. Dann werden sie den ganzen Tag inhaltlich arbeiten.

Ergebnis dieses Hearings, so hoffen die beiden Projektbegleiter, Bürgermeister und Schulleiter sei eine Basis für eine kontinuierliche Einbindung der jugendlichen in die Kommune und die Kommunalpolitik. In welcher Form, soll sich beim Jugendhearing herauskristallisieren und dann auch festgelegt werden. Fest steht allerdings bereits, dass die Koordination beim Jugendzentrum und der Leiterin Yvonne Kehl liegen soll.

Während es für Günter Gorecky ein Anliegen ist, den Jugendlichen auch deutlich zu machen, dass manche Dinge einen längeren Zeitraum brauchen, bis sie verwirklicht werden können, mahnt Udo Wenzl an, die Hürden für die Jugendlichen nicht zu hoch zu machen. Er habe es erlebt, dass Gemeinderäte bisweilen Anforderungen an Jugendliche stellen, die sie selbst nicht erfüllen oder akzeptieren. Er verwies auf die Feststellung eines Bürgermeisters aus dem Elztal, ein Jugendhearing sei eine spezialisierte Bürgerversammlung. Und wie bei einer Bürgerversammlung seien auch die Ergebnisse eines Jugendhearings innerhalb von drei Monaten im Gemeinderat zu behandeln.

Für Yvonne Kehl ist es wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass sie und ihre Themen ernst genommen, dass sie in kommunale Prozesse mit ihren Ideen auch einbezogen werden.