Ruster sorgen sich ums Wasser

Adelbert Mutz

Von Adelbert Mutz

Do, 20. Februar 2014

Rust

In der Gemeinderatssitzung gibt es Nachfragen zum geplanten Wasserpark und zur Berechnung der Abwassergebühr.

RUST. In der Gemeinderatssitzung am Montag haben Bürger ausführlich die Frageviertelstunde genutzt, um Kritik an der Gebührenberechnung des Niederschlagswassers zu üben und kritische Fragen zu den Auswirkungen des geplanten Wasserparks des Europa-Parks zu stellen.

Herbert Bohn äußerte Zweifel an der Berechnung seines Gebührenbescheides, das System sei nicht gerecht und schon gar nicht billiger als das alte Verfahren. Da könne die Berechnungsgrundlage nicht stimmen. 45 Prozent der Kosten entfielen allein auf das Niederschlagswasser, sagte Bohn verärgert. Günter Erny bestätigte ihn in seiner Meinung: "Da hat man nicht richtig gerechnet." Bürgermeister Günter Gorecky wies die Kritik zurück, da die Berechnungsgrundlagen der gesplitteten Abwassergebühr (Schmutzwasser und Niederschlagswasser) vorgegeben seien. Das Thema sei allerdings äußerst komplex, deshalb würden die Berechnungen von einem Fachbüro vorgenommen: "Da blicken wir manchmal selbst nicht mehr durch", beklagte Gorecky.

Eine kleine Gerechtigkeitslücke tat sich dann doch auf. Die Anlieger der Elz können das Niederschlagswasser kostenfrei in die Elz einleiten und sparen Geld. Gleiches gilt für Grundstücke, die das Oberflächenwasser versickern lassen können oder müssen. Je mehr Grundstücksbesitzer Fläche der Berechnungsgrundlage entziehen, desto teurer werde es für die Anderen, weil die Restfläche Grundlage für die Gebührenumlage ist, erläuterte Gorecky weiter. Die Gebühren für das Niederschlagswasser betragen in Rust pro Kubikmeter 59 Cent. Die Schmutzwassergebühren betragen pro Kubikmeter 1,49 Euro. Diese Berechnungsgrundlage orientiert sich am Frischwasserbezug, das kostet 95 Cent pro Kubikmeter, zuzüglich 7 Prozent Mehrwertsteuer. "Kommen Sie aufs Rathaus, nehmen Sie sich aber eine Stunde Zeit", richtete Günter Gorecky ein Angebot an Herbert Bohn.

Reicht das Trinkwasser trotz des Wasserparks?

Rudolf Ebner macht sich Sorgen um die zukünftige Wasserversorgung und wollte wissen, wie viel Wasser der zukünftige Wasserpark benötige und ob Veränderungen des Grundwasserpegels zu befürchten seien. Günter Gorecky teilte die Befürchtung einer Unterversorgung nicht. Der Wasserversorgungsverbund der Süd-Gemeinden könne gewährleisten, dass keine Engpässe entstehen. Aus drei Brunnen, zwei im Feindschießen und einen in Kappel, können jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter Frischwasser gefördert werden. Die Frischwasserversorgung sei bis zum Jahr 2030 sichergestellt, sagte Gorecky. Allerdings werde die Hälfte des Trinkwassers – etwa 300 000 Kubikmeter – für den Tourismus gebraucht.

Er prognostizierte, dass das Brauchwasser des Wasserparks nicht über die bestehenden Trinkwasserbrunnen gespeist, sondern über eine neue Quelle erschlossen werde. Der Betrieb des Wasserparks solle überdies in einem geschlossenen System erfolgen, was den Wasserbedarf reduzieren werde. Sollte zusätzlich ein Hotel entstehen, sei dafür genügend Frischwasser vorhanden. Möglicherweise müsse man durch Optimierungsmaßnahmen beim Klärwerk in Kappel zukünftig größeren Abwassermengen Rechnung tragen, bestätigte Gorecky. Eine Grundwasserabsenkung sei nicht zu befürchten. "Mit etwa 80 Pegelbohrungen wird der Grundwasserstand kontrolliert."