"Jede Stimme, jeder Musiker ist wichtig"

Roland Vitt

Von Roland Vitt

Sa, 18. November 2017

Sasbach

BZ-INTERVIEW mit Jakob Scherzinger, dem neuen Dirigenten der Winzerkapelle Jechtingen.

SASBACH-JECHTINGEN. Mit dem 27-jährigen Jakob Scherzinger hat die Winzerkapelle Jechtingen einen jungen und dynamischen Dirigenten. Roland Vitt befragte den aus Oberbergen stammenden Musikstudenten.

BZ: Herr Scherzinger, wann fing alles an? Wann sind Sie zur Musik gekommen und welche Instrumente spielen Sie?

Scherzinger: In meinem Elternhaus wurde ständig musiziert, da mein Vater auch Berufsmusiker und Leiter der Musikschule in Breisach ist. Angefangen habe ich dann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavier und der Blockflöte, bis ich im Alter von zehn Jahren zur Oboe kam. In der Winzerkapelle Oberbergen war ich dann Oboist, bis ich 2010 nach Saarbrücken zum Studium bin. Dort studierte ich bis 2016 Schulmusik und Oboe, ich spiele alle Oboeninstrumente und Klavier.

BZ: Wie war Ihr weiterer musikalischer Werdegang?

Scherzinger: Angefangen habe ich mit Klavier, dann Oboe. Studiert habe ich Schulmusik und Bachelor Oboe in Saarbrücken. Derzeit absolviere ich einen Masterstudiengang an der Musikhochschule Freiburg in Musikpädagogik mit dem Hauptfach historische Oboe. Als Dirigent besuchte ich mehrere Meisterkurse und habe dort von vielen Dirigenten lernen können.

BZ: Warum wollten Sie Dirigent werden und wie lange sind Sie es schon?

Scherzinger: Mich haben Dirigenten schon immer begeistern und vor allem auch persönlich geprägt. Mir war schnell klar, dass ich auch mal selbst vor einem Orchester stehen will. Nach dem Abi habe ich dann eine Dirigentenausbildung an der BDB-Musikakademie in Staufen begonnen und so zum Dirigieren gefunden. Auch in mein Schulmusikstudium habe ich die Fächer Orchester- und Chorleitung belegt und konnte dadurch Praxiserfahrung mit Amateuren und Profis sammeln. Neben der Winzerkapelle Jechtingen dirigiere ich noch die Stadtmusik Lenzkirch. Bis 2017 hatte ich auch die Leitung des Freiburger Jugendblasorchesters inne.

BZ: Welche Anforderungen stellen Sie an die Winzerkapelle?

Scherzinger: Ich erhoffe mir natürlich, dass die Musiker der Winzerkapelle Spaß am Musizieren haben und ich sie für die Musik begeistern kann. Nur so können wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Dafür ist es wichtig, dass alle gemeinsam arbeiten – sei es an Konzerten, in den Proben oder an anderen Veranstaltungen, die die Winzerkapelle organisiert. Für mich ist jede Stimme und jeder Musiker wichtig.

BZ: Was sind Ihre Ziele in der Winzerkapelle?

Scherzinger: Mir ist es wichtig, dass die Musiker der Winzerkapelle sich individuell auf ihren Instrumenten weiterentwickeln, und zwar jeder auf seinem Niveau und in seiner Geschwindigkeit. Wir wollen dadurch gute symphonische Blasmusik spielen, aber auch anspruchsvolle Unterhaltungsmusik einstudieren. Beides auf dem Niveau der Winzerkapelle.

BZ: Wie sind Ihre ersten Eindrücke vom Orchester? Wie laufen die Vorbereitungen zum Kirchenkonzert?

Scherzinger: Ich wurde hier in Jechtingen sehr herzlich empfangen und die Vorbereitungen für unser erstes Konzert – ein Kirchenkonzert am 3. Dezember in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian – laufen bisher bestens. Die Musikerinnen und Musiker ziehen begeisternd mit. Wir werden beim Kirchenkonzert ein abwechslungsreiches Programm für einen besonderen musikalischen Adventssontag darbieten. Und ich freue mich bereits riesig auf unser Jahreskonzert im kommenden Frühjahr, das wahrscheinlich ein Open-Air-Konzert sein wird.

Jakob Scherzinger (27) ist ledig und stammt aus einer Musikerfamilie in Oberbergen. Er ist als Oboist, Musikpädagoge und Dirigent tätig und engagiert sich ehrenamtlich für die Bläserjugend im Bund Deutscher Blasmusikverbände.