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02. Oktober 2008
Schädling piekst Früchte an
Die Walnussfruchtfliege ist in Südbaden auf dem Vormarsch / Geringere Erntemenge.
SASBACH-LEISELHEIM. Die Walnuss ist Baum des Jahres 2008. Aber gerade in diesem Jahr bereitet die Walnuss den Erzeugern am Kaiserstuhl einige Sorgen. Die Ertragsmenge lässt wegen des kühlen Frühjahrs zu wünschen übrig. Hinzu kommt, dass die Walnussfruchtfliege den Nüssen bereits in der grünen Hülle massiv zusetzte.
Zwischen Anfang Juli und bis Mitte August kommt die Walnussfruchtfliege und sticht in die grüne Hülle. Sie wird schmierig-schwarz, weil sich Maden hindurchfressen. Die Folge: Die Nüsse fallen vom Baum, ehe sie reif sind. Der Leiselheimer Baumschulbetreiber und Nussbaumspezialist Anton Schott sagte dazu: "Das Schlimmste ist, dass wir dem nur tatenlos zusehen können, derzeit ist noch kein Mittel zugelassen, das Abhilfe schaffen könnte."Im Jahr 2002 wurde die Walnussfruchtfliege im Tessin festgestellt. Jetzt hat sie sich weiter in Richtung Norden ausgebreitet. In guten Jahren trug ein mittelmäßiger, etwa 25 Jahre alter Walnussbaum im Herbst etwa 40 Kilogramm Walnüsse, in diesem Jahr werden es wohl nicht mehr als 25 Kilogramm sein, urteilt Schott.
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Matthias Schott, der bereits in den Fußstapfen seines Vaters Anton Schott getreten ist, kommt beim Besuch der BZ gerade aus einer der Nussanlagen mit mehreren Obstkisten voller Walnüsse im Transporter. Er lädt fünf bis sechs Kisten aus und trägt sie in den Hof, wo sie zum Trocknen ausgelegt werden. Der Durchmesser der Nüsse ist unterschiedlich. Das internationale Maß für beste Ware ist 32 bis 35 Millimeter. Die Walnüsse von der Baumschule Schott und auch die anderer Nussbaumbesitzer gehen an Händler, Wochenmärkte und Bauernläden. Rund 20 Prozent gelangen in die Nussölproduktion.
Walnussbäume sind typisch für die Landschaft am Kaiserstuhl und in Südbaden. Sie lieben die milderen Lagen. Die Römer brachten die Walnuss über die Alpen und sie galt als "Königliche Frucht des Jupiters". Die deutsche Bezeichnung hingegen ist in ihrem Ursprung etwas nüchterner. Weil aus Süden, der Fremde kommend, bekam sie im deutschsprachigen Raum den Namen "Welschnuss". Daraus wurde später Walnuss.
Der Walnussbaum wird 15 bis 25 Meter, in dichteren Baumbeständen sogar bis 30 Meter hoch und er bringt es bis auf ein Alter bis zu 160 Jahre. Die Familie der Walnussgewächse besteht aus acht Gattungen mit etwa 60 Arten.
Autor: Roland Vitt
