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15. Dezember 2008 22:43 Uhr
SC verliert gegen Lautern
Platz drei statt Herbstmeisterschaft
Der SC Freiburg hat die Herbstmeisterschaft in der zweiten Fußball-Bundesliga verpasst. Die Breisgauer unterlagen beim 1. FC Kaiserslautern mit 0:2 (0:0).
Ist vom Lauterer Betzenberg die Rede, fallen stets zwei Begriffe: beeindruckend und Tradition. Mit beeindruckend ist in erster Linie die Atmosphäre gemeint, die schon viele Gegner des FCK eingeschüchtert hat. Umso erstaunlicher, wie die junge Freiburger Mannschaft mit den äußeren Umständen fertig wurde. Besser gesagt: sie ignorierte. Nach noch nicht einmal zwei Minuten war der Ball bereits zwei Mal knapp am Lauterer Tor vorbeigesaust. Zunächst hieß der Absender Jonathan Jäger, dann verfehlte Julian Schuster aus 20 Metern das Ziel nur hauchdünn. Ein Auftakt, der beeindruckte. Das Vorgehen der Gastgeber hatte dagegen in erster Linie mit Tradition zu tun.
Jendrisek und Lakic verleiteten SC-Defenvise zu Fehlern
Der Spielstil des FCK wirkte wie eine einzige Demonstration gegen die Lehre vom modernen Fußball. Während sich die Freiburger mit flachem und flüssigen Kombinationsspiel übers Feld bewegten, wandten die Lauterer die gute, alte und eben schlichte englische Methode an. Kaum kamen sie in Besitz des Balles, beförderten sie selbigen umgehend mit kräftigen Tritten in Richtung SC-Strafraum – hoch und weit. Das wirkte nicht sonderlich inspiriert. Ambitioniert war es ansatzweise schon. Denn die schnellen und kräftigen Stürmer Jendrisek und Lakic rannten und kämpften, was das Zeug hielt. Körperbetont versuchten sie, die wenig Präzisen Zuspiele, die aus luftiger Höhe angeflogen kamen, zu verarbeiten. Und sie sorgten allein mit ihrer physischen Präsenz dafür, dass die SC-Defensive Druck verspürte – und sich zum einen oder anderen Fehler nötigen ließ.
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In der 8. Minute hatte Julian Schuster Glück, dass seine Kopfballrückgabe zwar bei Jendrisek landete, dieser aber in ungünstiger Schussposition war. Nach einer halben Stunde war es dann wieder Jendrisek, der zwischen Butscher und Toprak entwischte, mit seinem Schuss aus spitzem Winkel aber am aufmerksamen SC-Torwart Simon Pouplin scheiterte.
Auch nach der Pause war es ein Duell der Systeme: Freiburger Kombinationsfußball gegen robusten Lauterer Kampfsport. Die "Roten Teufel" scheuten sich weiterhin nicht, ihre begrenzten offensiven Möglichkeiten zu demonstrieren. Jendriseks Schuss aus 20 Metern war bereits der zweite, der nicht nur unfassbar weit daneben ging, sondern im Seitenaus landete (51.). Ein "Kunststück", das in Halbzeit eins schon Bellinghausen gelungen war. Heiko Butschers Versuch auf der Gegenseite strahlte da schon mehr Gefahr aus, sein Ball landete am Außennetz (54.).
Fünf Minuten später trat der 1. FC Kaiserslautern dann aber den Beweis an, dass es keiner spielerischen Klasse bedarf, um im Fußball erfolgreich sein zu können. Leidenschaft und eine gelungene Standardsituation können auch zum Tor führen. Als Schlitte den Lauterer Innenverteidiger Martin Amedick nach einem Eckstoß nicht halten konnte, wuchtete dieser den Ball per Kopf zum 1:0 für sein Team ins Netz. Und irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, als hätte man es kommen sehen.
Kaiserslautern nutzt Freiburgs Fehler konsequent
Der Sportclub selbst hatte dem Gegner zum Vorteil verholfen – und dieser nutzte ihn nun konsequent aus. Eine weitere missglückte Abwehraktion genügte Kaiserslautern, um die Partie zu entscheiden. Jendrisek durfte allein auf Pouplin zulaufen und drückte dem Franzosen den Ball zum 2:0 durch die Beine (70.). In Sachen Chancenauswertung war der FCK dem SC überlegen. Der eingewechselte Tommy Bechmann hätte diesen Eindruck zumindest etwas beschönigen können, doch ihm sprang der Ball in aussichtsreicher Position vom Fuß (72.). Auch Idrissou verpasste noch zwei gute Einschussmöglichkeiten (81., 84.).
So blieb den Freiburgern am Ende nur die bittere Erkenntnis, dass es für ambitionierten Fußball allein keine Punkte gibt.
Autor: René Kübler
