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16. Dezember 2016

Schallstadt

Bauverein Breisgau bebaut rund zwei Drittel des Geländes "Alter Sportplatz"

Startschuss für neue Ortsmitte: Das Bebauungsplanverfahren beginnt.

  1. Schallstadt wird sich wandeln: Die Gemeinde bekommt eine neue Ortsmitte. Foto: Michael Saurer

SCHALLSTADT. Leicht hatte man es sich nicht gemacht bei der Planung des Mammut-Projektes "Gemeinsame Ortsmitte Schallstadt". Eine intensive Bürgerbeteiligung mit eigens gegründetem Arbeitskreis, die Suche nach einem geeigneten Investor und ein aufwendiger Architekturwettbewerb, aus dem letztlich der Zweitplatzierte als Sieger hervor ging, waren die wohl größten Meilensteine auf dem Weg zur nun gefällten Entscheidung des Gemeinderates, eine Projektvereinbarung mit dem Bauverein Breisgau zu schließen.

"Projektvereinbarung heißt das Zauberwort", stieg Bürgermeister Jörg Czybulka in den Tagesordnungspunkt ein. "Das ist ein Grundsatzbeschluss, der uns am Ende eines jahrelangen Prozesses auch wichtig ist", sagt er mit Blick auf die "Vielzahl an Terminen und Workshops, wo auch die Wünsche der Bevölkerung mit eingeflossen sind". Die Details der Vereinbarung, die beschlossen werden solle, seien bereits auf einer Klausurtagung im Oktober dieses Jahres gemeinsam mit Vertretern des Bauvereins diskutiert worden. Auch habe man Gespräche mit Vertretern der Seelsorgeeinheit Batzenberg-Obere Möhlin geführt, deren Grundstück unmittelbar an die neue Ortsmitte grenzt.

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Was nun vereinbart werde, umriss nochmals kurz Manuela Bott vom Bauverein Breisgau, die zusammen mit dem geschäftsführenden Vorstand der Genossenschaft, Reinhard Disch, in die Ratssitzung gekommen war. Von dem insgesamt rund 7500 Quadratmeter großen Areal "Alter Sportplatz" und "Böttche" würden zirka 3600 beziehungsweise 1600 Quadratmeter vom Bauverein erworben. "Der Rest bleibt öffentlich", machte Bott deutlich.

Im Bereich "Alter Sportplatz" sollen Mietwohnungen, Gewerbeeinheiten und ein Bürgertreff, umrahmt von Grünflächen, entstehen. Die "Böttche" würde mit Eigentumswohnungen bebaut, erklärte Bott zum gemeinsam erarbeiteten Konzept von Bauverein, Architekturbüro ABMP und Gemeinde. Sie machte deutlich, dass der Gemeinde bei der Hälfte der Mietwohnungen ein Mitspracherecht über die Vergabe eingeräumt werde. Generell würden die Wohnungen des Bauvereins nur an Genossenschaftsmitglieder vergeben, die zunächst einen Anteil in Höhe von 310 Euro, bei Abschluss eines Mietvertrages dann zwei weitere Anteile zu diesem Preis erwerben, also insgesamt 930 Euro aufwenden müssten.

Ob das Mitspracherecht nur bei der Erstbelegung der Wohnungen gelte, wollte Karin Müller-Sandner (Grüne) wissen. "Die Bewohner aus dem Ort werden bevorzugt behandelt – auch bei der Wiederbelegung", versprach Reinhard Disch, zumal es im Umland von Freiburg keine Wartelisten für die Bauvereinswohnungen gebe. Müller-Sandners Fraktionskollege Hajo Frings fragte, wie die Weitervermietung der Wohnungen im Detail ablaufe. "Im Falle einer Kündigung wird die Gemeinde benachrichtigt und kann Vorschläge machen", erklärte Disch. "Die nach fixen Parametern abgeprüft werden", ergänzte Czybulka.

Den für die "Böttche" vorgesehenen Stellplatzschlüssel von einem Platz pro Wohneinheit anstelle der sonst in Schallstadt vereinbarten 1,5 Plätze bemängelte Christian Hipp (SPD). "Der geplante Bewohnermix gibt eher weniger her", gab sich Manuela Bott zuversichtlich. Ein Stellplatz entspreche den Vorgaben der Landesbauordnung, erklärte der Anwalt der Gemeinde, Thomas Burmeister. "Zeitnahen Ersatz für den Jugendraum", der durch das Bauvorhaben verschwinden wird, mahnte nochmals Karin Müller-Sandner an. "Wir lassen nichts hinten runter fallen, und die Bevölkerung wird auch weiter mitgenommen", versprach der Bürgermeister. Anwalt Burmeister betonte, dass sich solche Fragen noch gut im Rahmen der vorzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit, die Teil des Bebauungsplanverfahrens ist, einbringen ließen.

Der Projektvereinbarung zwischen Gemeinde und Bauverein wurde letztlich ebenso einstimmig zugestimmt wie dem Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplanes für das fragliche Gebiet.

Autor: Julius Steckmeister