Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

02. Februar 2016

Ein Problem, zwei Lösungsansätze

Für den Riegelbau im geplanten Wohngebiet "Weiermatten" in Schallstadt liegen erste Entwürfe vor / Vorstellung im Gemeinderat.

  1. Aus dieser Wiese soll das Wohngebiet „Weiermatten“ werden, dahinter liegt ein Gewerbegebiet. Foto: Steckmeister

  2. In leichter Kurvenform (links) präsentiert sich der Entwurf von Rolf Disch, einen eher kubisch angelegten Gebäuderiegel hat die Firma Stuckert Wohnbau entworfen. Foto: Entwürfe: Rolf Disch/Stuckert Wohnbau

  3. Foto: Stuckert Wohnbau

SCHALLSTADT. Die Problematik ist bekannt, Lösungen werden gesucht: Um in Schallstadt das Areal "Weiermatten" an der Waldseemüller-Straße als Wohngebiet nutzen zu können, muss aus Lärmschutzgründen entlang der Straße Brandhof hin zum nördlich der "Weiermatten" gelegenen Gewerbegebiet ein mindestens zehn Meter hohes Riegelgebäude errichtet werden. Ihre Vorstellungen von bewohnten Riegeln präsentierten die Firmen Stuckert Wohnbau und Rolf Disch Solararchitektur jüngst vor dem Gemeinderat.

Lediglich Schilf und eine Baumgruppe trennen derzeit optisch das künftige Wohngebiet "Weiermatten" und das dahinter gelegene Gewerbegebiet, in dem insbesondere ein direkt an der Straße Brandhof liegender Betrieb, der Fleisch verarbeitet, erhöhte Lärmbelastung bedeutet. Um die emissionsrechtlichen Grenzwerte für Wohngebiete einhalten zu können, muss hier eine Lärmschutzwand errichtet werden – diese, so die Idee, soll in Form eines Wohngebäudes entstehen, wie es beispielsweise erst kürzlich in Umkirch auf dem so genannten Fürstenberg-Areal realisiert wurde. Dort ist ebenfalls ein Wohngebiet nur durch eine Straße von einem Gewerbegebiet getrennt. Gestalt gewordene Gedanken zu dieser Aufgabenstellung präsentierten Aribert Frece und Sabrina Peeß von der Firma Stuckert ebenso wie Architekt Rolf Disch.

Werbung


"Hochwertige Schallschutzbebauung" sieht man bei Stuckert vor. In einem kubischen Gebäudekomplex sollen rund 47 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen zwischen 55 und 89 Quadratmetern Wohnfläche entstehen, die als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen. Das Gebäude soll mindestens den KfW-55-Standard erfüllen und ein Geschoss komplett barrierefrei ausgeführt werden, so die Planer. Alle Wohnungen sollten als Eigentumswohnungen vermarktet werden. Wohnräume und Balkone würden Richtung Süden ausgerichtet. 71 Stellplätze (1,5 pro Wohneinheit), 28 davon in einer Tiefgarage vorgesehen. Dass dies – wenn nur mit speziellen Bohrpfählen und durch eine Spezialfirma – möglich ist, hatten zuvor ausgeführte geotechnische Untersuchungen ergeben. Dies und der in Richtung Gewerbegebiet als Lärmpuffer zu schaffende Laubengang sowie ein erhöhter passiver Lärmschutz Richtung Norden würden einen Einfluss auf den Grundstückskaufpreis haben, machten die Vertreter der Firma Stuckert jedoch deutlich.

Einen Laubengang Richtung Gewerbegebiet, die Anlage von Flur-, Treppen- und Nutzräumen nach Norden und von Wohnräumen und Balkonen nach Süden beinhaltet auch der zweite Entwurf, der von Rolf Disch vorgestellte Gebäudekomplex "Sonnengrün". Der Riegel bei Disch weist jedoch eine leichte Kurvenform und einen Wechsel von Pult- und begrünten Flachdächern auf. Statt nur auf Wohnungen setzt Disch auf ein Mischkonzept. So ist zur Straße Brandhof hin eine "Öffnung mit gewerblichen Einrichtungen im EG" angedacht. Was die Aufteilung des Wohnraumes angeht, legte Disch kein fertiges Konzept, sondern mögliche Kombinationen von Mehrgenerationenwohnen über Studentenwohnungen bis hin zu Familien und Flüchtlingen vor. Zunächst könnten knapp 70 "kleine, variable Wohnungen" entstehen, die sich im Baukastenprinzip vergrößern ließen. Der vorhandene Bach soll in eine "attraktive Grünspange" eingebunden werden. Statt auf Beton setzt Disch auf Holz aus "nachhaltiger Forstwirtschaft". Das Gebäude soll zudem dem KfW-40-Standard genügen. Auch in Dischs Entwurf ist eine Tiefgarage vorgesehen; Ladestationen für nach dem Car-Sharing-Prinzip genutzte Elektroautos sollen sich ebenfalls am Haus "Sonnengrün" finden.

Eine Beschlussfassung für einen der beiden vorgestellten Entwürfe war in der Sitzung nicht vorgesehen. Vorausgesetzt, der Bebauungsplan steht, rechnet die Firma Stuckert mit einer Bauzeit von maximal zwei Jahren.

Autor: Julius Steckmeister