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03. August 2017

"Es geht darum, das Tempolimit baulich zu unterstützen"

Schallstadt wird bei der Unteren Verkehrsbehörde einen Fahrradschutzstreifen entlang der Ortsdurchfahrt beantragen / Engpass beim Gasthaus "Ochsen".

  1. Mehr Sicherheit für Radfahrer soll der Schutzstreifen bringen. Foto: DPA

SCHALLSTADT. Seit der Überprüfung des Verkehrskonzeptes Batzenberg und seiner Umsetzung im September vergangenen Jahres steht fest, dass die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 Stundenkilometer in den Ortsdurchfahrten von Norsingen und Schallstadt auch über den zweijährigen Testzeitraum hinaus bestehen bleiben werden. Mit einem beidseitig markierten Fahrradschutzstreifen möchte die Gemeinde Schallstadt der Bundesstraße nun auch optisch zu Leibe rücken, um ihr den Rennpistencharakter zu nehmen.

"Es geht darum, das Tempolimit baulich zu unterstützen", leitete Verkehrsplaner Florian Krentel vom Büro Fichtner den Tagesordnungspunkt in der jüngsten Ratssitzung ein. Denn trotz Zone 30 bestünde nach wie vor "eine Dominanz des fließenden Kraftfahrzeugverkehrs". Eine "durchgängige Führung" für Fußgänger und Radfahrer hingegen fehle, und das, obwohl die Ortsdurchfahrt trotz der Umsetzung des Verkehrskonzeptes noch täglich von schätzungsweise 10 000 Kraftfahrzeugen befahren werde.

Die Straße optisch zu verlangsamen sei zum einen über einen "Totalumbau" möglich, der jedoch sehr zeit- und kostenintensiv wäre, zum anderen über das Anbringen von Markierungen, die den "Straßenraum" gliederten und so weniger breit erscheinen ließen. An nahezu allen Stellen der Ortsdurchfahrt ließe sich ein beidseitiger Fahrradschutzstreifen realisieren, stellte Florian Krentel in Aussicht. Der mit einer gestrichelten Linie markierte, in der Regel 1,40 Meter, aber mindestens 1,25 Meter breite Streifen, dürfe – im Gegensatz zum Fahrradweg – von Kraftfahrzeugen befahren werden. Die Empfehlung laute jedoch, dies nur zu tun, wenn der Begegnungsverkehr dies erforderlich mache – beispielsweise beim Aufeinandertreffen zweier Großfahrzeuge.

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Für die Begegnung zweier Pkw verbliebe indes eine ausreichende Reststraßenbreite von 4,50 Metern, rechnete Florian Krentel vor. Allein auf Höhe des Gasthauses "Ochsen" würde die Reststraßenbreite bei beidseitigem Fahrradschutzstreifen auf 4,25 Meter zusammenschrumpfen, hatte der Planer ermittelt. Wolle man zudem den beidseitigen Gehweg beibehalten, müsse "das Thema Fahrradschutzstreifen hier unterbrochen werden", gab Krentel zu bedenken.

Bürgermeister Jörg Czybulka regte anstelle des bisherigen beidseitigen Gehweges einen einseitigen auf der Seite des "Ochsen" an. Dieser könne dann auch – im Gegensatz zum Bestand – in einer für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen ausreichenden Breite realisiert werden. Florian Krentel nahm zudem die Anregung auf, den Fahrradschutzstreifen ab der Einmündung Staufener Straße einseitig westlich bis zur Winzergenossenschaft fortzuführen. Auf der östlichen Seite der Bundesstraße ist in diesem Bereich bereits eine Radwegeführung vorhanden.

Mit einer Enthaltung sprach sich der Gemeinderat dafür aus, dass die entsprechende Planung bei der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises beantragt und im Genehmigungsfalle die Verwaltung mit der Umsetzung beauftragt werden soll.

Autor: Julius Steckmeister