"Ich mag Kartoffelsalat"

Julius Rupp, Klasse 9e, Faust-Gymnasium, Staufen

Von Julius Rupp, Klasse 9e, Faust-Gymnasium & Staufen

Di, 12. Januar 2016 um 13:39 Uhr

Schülertexte

Bakari Sanyang lebt seit vier Jahren in Deutschland. Er musste schon vor der großen Fluchtwelle im Sommer aus Gambia fliehen. Heute hat er eine Aufenthaltserlaubnis, wohnt in seiner eigenen Wohnung, arbeitet im Einzelhandel und spricht fließend Deutsch. Unser Zischup-Reporter Julius Rupp, Klasse 9e des Faust-Gymnasiums in Staufen, traf ihn und stellte ihm einige Fragen über Deutschland, seine Erfahrungen und die Menschen, die er hier bislang getroffen hat.

Bakari Sanyang lebt seit vier Jahren in Deutschland. Er musste schon vor der großen Fluchtwelle im Sommer aus Gambia fliehen. Heute hat er eine Aufenthaltserlaubnis, wohnt in seiner eigenen Wohnung, arbeitet im Einzelhandel und spricht fließend Deutsch. Unser Zischup-Reporter Julius Rupp, Klasse 9e des Faust-Gymnasiums in Staufen, traf ihn und stellte ihm einige Fragen über Deutschland, seine Erfahrungen und die Menschen, die er hier bislang getroffen hat.

Zischup: Herr Sanyang, was stellten Sie sich im Vorfeld, bevor Sie nach Deutschland kamen, vor?
Sanyang: Ich erwartete Sicherheit und die Möglichkeit der Selbstverwirklichung.
Zischup: Was hat sich bewahrheitet?
Sanyang: Zum Glück hat sich beides für mich bewahrheitet.
Zischup: Was mögen Sie an Deutschland am meisten, was mögen Sie nicht?
Sanyang: Es gibt eigentlich nichts, was ich nicht mag.
Zischup: Worin besteht für Sie der größte Unterschied zwischen Deutschland und Gambia?
Sanyang: Die Organisationsstruktur der Behörden.
Zischup: Ist es schwierig, als neuer Mitbürger, neue Menschen, die Kultur und die deutsche Mentalität kennenzulernen und zu verstehen?
Sanyang: Ich denke, das hängt von der jeweiligen Persönlichkeit und der Offenheit der Person ab.
Zischup: Haben Sie manchmal noch Heimweh nach Gambia?
Sanyang: Ja manchmal habe ich Heimweh, dann telefoniere ich mit meiner Familie in Gambia und freue mich auf den Tag, an dem ich wieder zurück nach Gambia kann.
Zischup: Was ist für Sie eigentlich typisch deutsch?
Sanyang: Vor allem Fleiß, Pünktlichkeit und Traditionsbewusstsein.
Zischup: Inwiefern hat sich ihre Ernährung geändert, seit Sie hier sind?
Sanyang: Nichts (lacht).
Zischup: Was ist Ihr deutsches Lieblingsessen?
Sanyang: Das ist eindeutig Kartoffelsalat.
Zischup: War das eine sehr große Umstellung, plötzlich die Jahreszeiten so ausgeprägt zu erleben? War es etwas Besonderes, als Sie zum Beispiel das erste Mal Schnee fühlten?
Sanyang: Nein, eigentlich nicht, man gewöhnt sich schnell daran.
Zischup: Inwiefern gefällt Ihnen die deutsche Kultur? Was davon haben Sie angenommen?
Sanyang: Ich mag die deutsche Kultur wirklich sehr, doch es ist schwierig, sie auch richtig kennenzulernen, da viele kulturelle Angebote Geld kosten und das summiert sich schnell auf.
Zischup: Als typisch deutsche Eigenschaften gelten unter anderem Pünktlichkeit, Sauberkeit und Zuverlässigkeit was halten Sie davon?
Sanyang: Ich halte sehr viel davon und sehe sie auch oft bei Deutschen.
Zischup: Was haben Sie in der ganzen Zeit gemacht, als Sie in dem Erstaufnahmezentrum waren?
Sanyang: Ich habe hauptsächlich gelernt und für einen Euro pro Stunde kleine Tätigkeiten verrichtet.
Zischup: Wo haben Sie schon überall gearbeitet?
Sanyang: Bei einer bekannten Fast-Food-Kette und jetzt im Einzelhandel.
Zischup: Wurden Sie in Deutschland schon einmal offen angefeindet?
Sanyang: Nein, bis jetzt ist das noch nicht passiert.