Zischup-Interview

"Ich würde gerne mal einen Döner essen"

Gordian Kerner, Klasse 8 b, Staudinger-Gesamtschule Freiburg,

Von Gordian Kerner, Klasse 8 b, Staudinger-Gesamtschule Freiburg &

Mo, 21. November 2011 um 11:38 Uhr

Schülertexte

Der 15-jährige Paul (Name geändert), leider unter Zöliakie, einer Glutenunverträglichkeit. Was das für sein Leben bedeutet, hat er Gordian Kerner im Interview erzählt.

Viele Menschen leiden an einer Lebensmittelunverträglichkeit namens Zöliakie. Die betroffenen Menschen dürfen kein Getreide essen. Dazu zählen Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Urkorn und Emer. Der Darm dieser Menschen verträgt kein Getreide.

Falls sie es doch essen, sind unangenehme Komplikationen die Folge, wie zum Beispiel Bauchschmerzen oder Durchfall. Im schlimmsten Fall kann es zu Knochenschwund und Darmkrebs führen. In Deutschland ist ungefähr einer von tausend Menschen betroffen.

Der 15-jährigen Paul Mehrbach (Name geändert) leidet unter dieser Glutenunverträglichkeit.

Zischup: Guten Tag, wie geht es dir ?

Paul: Hallo, gut.

Zischup: Wann wurde Zöliakie bei dir diagnostiziert?

Paul: Als ich drei Jahre alt war, wurde mir Blut abgenommen und dadurch haben die Ärzte Zöliakie bei mir diagnostiziert.

Zischup: Wie sind deine Eltern damit umgegangen, seitdem sie wissen, dass du Zöliakie hast?

Paul: Für meine Eltern war es erstmal ein großer Schock, als sie es erfahren haben. Sie wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten und was ich alles nicht essen darf. Als ich vier Jahre alt war, haben meine Eltern von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) erfahren und mich sofort dort angemeldet.

Zischup: Was macht die DZG alles für Menschen mit Zöliakie?

Paul: Sie schicken dir jedes Jahr Kataloge, in denen drin steht, was man alles essen darf und unterstützen dich soweit es geht. Außerdem gibt es auch Veranstaltungen wie zum Beispiel Sonmercamps oder Treffen der DZG.

Zischup: Gibt es einen sogenannten Zöliakietag?

Paul: Ja, den gibt es. Es ist der Welt Zöliakietag der von der Dachorganisation der Europäischen Zöliakiegesellschaften (AOECS - Association of European Coeliac Societies) ins Leben gerufen wurde. Er findet am dritten Wochenende des Monats Mai statt.

Zischup: Welche Ziele verfolgt der Weltzöliakietag?

Paul: Das vorrangige Ziel ist es, Zöliakie, ihre Symptome und die notwendige glutenfreie Ernährung in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Unter den Betroffenen soll das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden und es soll der Öffentlichkeit gezeigt werden, dass es viele Menschen gibt, die von Zöliakie betroffen sind.

Zischup: War der Weltzöliakietag schon einmal in Deutschland?

Paul: Ja. Seit dem Jahr 2006 organisiert auch die Deutsche Zöliakiegesellschaft (DZG) jährlich zum Welt-Zöliakie-Tag eine Großveranstaltung für alle Betroffenen in Deutschland. Für jeden Welt-Zöliakie-Tag gibt es ein einen gemeinsamen Slogan, der von der Dachorganisation der Europäischen Zöliakie-Gesellschaften herausgegeben wird.

Zischup: Was sind Sachen, die du gerne mal essen möchtest, aber nicht darfst?

Paul: Döner, Yufka und Burger.

Zischup: Wieso gerade diese Sachen?

Paul: Weil jeder sagt, dass sie gut schmecken.

Zischup: Gibt es diese Sachen auch glutenfrei?

Paul: Soweit ich weiß nicht.

Zischup: Hast du schon einmal bewusst Sachen gegessen, die Gluten enthalten?

Paul: Ja, als ich sechs Jahre alt war habe ich bei einem Kindergeburtstag beim Kuchen mitgegessen. Danach ging es mir zwei Tage schlecht.

Zischup: Wie ist es mit Alkohol? In allen möglichen Biersorten ist Gluten drin.

Paul: Ich trinke noch keinen Alkohol, aber wenn ich älter bin wird es schwierig, weil ja auf Partys jeder Alkohol trinkt. Vielleicht gibt es ja auch glutenfreies Bier.

Zischup: Okay, das war’s auch schon. Danke, dass du Zeit für mich hattest.

Paul: Kein Problem, auch noch ein schönen Tag.