Polderbau soll 2020 fertig sein

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Fr, 21. Juli 2017

Schwanau

Regierungspräsidium zieht im Gemeinderat Schwanau Bilanz.

SCHWANAU. In der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause hat der Leiter der Projektgruppe Offenburg für das Integrierte Rheinprogramm (IRP), Harald Klumpp, über die bisherigen Bauarbeiten im Rückhalteraum Elzmündung, informiert und dabei eine positive Bilanz über über die ersten zwei Jahre gezogen.

Der Hochwasserrückhalteraum Elzmündung – landläufig Elz-Polder genannt – ist Teil des Integrierten Rheinprogramms und soll zum Schutz der rheinabwärts liegenden Regionen vor Überschwemmungen rund 5,3 Kubikmeter Hochwasser zurückhalten. Nach dem ersten Spatenstich für das Einlassbauwerk nördlich der Rheinfähre Kappel-Rhinau im Juli 2015 wurde der erste, zum Rhein hin liegende Bauabschnitt in diesem Frühjahr abgeschlossen. Das Einlassbauwerk selbst wird zum Ende diesen Jahres fertig sein, der Rheinseitendamm kann voraussichtlich Anfang 2018 für Fußgänger und Radfahrer wieder freigegeben werden.

Weitgehend abgeschlossen ist auch die Sanierung der Tulla-Dämme sechs und sieben. Bereits Anfang 2016 wurde die Sanierung des Hochwasserdamms von der Kläranlage Nonnenweier bis in den Süden von Wittenweier fertiggestellt.

Im Zuge der Umgestaltung des Mündungsbauwerks "Ottenheimer Altrhein" ist ein neuer Beckenpass als Fischaufstieg ins Altrheinsystem angelegt und eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer gebaut worden. Über den auf eine Länge von über 40 Metern abgesenkten Leinpfad können künftige Hochwässer schnell abfließen. In Nonnenweier, Wittenweier und Kappel sind neun Referenzbrunnen gebaut und Pumpversuche eingeleitet worden. In Arbeit sind derzeit die Verengung des Altrheinzugs und das Einlassbauwerk bei Kappel sowie die Erhöhung des Bermenwegs zwischen Kappel und Wittenweier und der Abschlussdamm mit drei Auslassbauwerken zwischen Nonnenweier und Ottenheim.

In der Planungsphase hingegen befinden sich die Erhöhung des Bermenwegs und der Querdamm an der L 100 in Höhe von Nonnenweier sowie das Faschinat und der Querriegel bei Nonnenweier Wittenweier.

Eine Verbreiterung der Straße Wittenweier-Kappel

Im Zuge der weiteren Bauarbeiten soll nach Auskunft von Projektgruppenleiter Klumpp die Straße Wittenweier-Kappel in ihrer jetzigen Breite für Schwerverkehr tauglich lediflich neu belegt werden. Dies hält der Wittenweierer Ortsvorsteher Sven Kehrberger für ein Unding, da die jetzige Straßenbreite keinen Lkw-Begegnungsverkehr zulasse.

Für die Beeinträchtigungen und Einschränkungen während der weiteren Bauphase bat Harald Klumpp, dem, wie er betonte, eine umfassende Information der Bevölkerung sehr am Herzen liegt, um Verständnis. Immerhin: "Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Bauarbeiten für den gesamten Rückhalteraum Elzmündung voraussichtlich bis Ende des Jahres 2020 abgeschlossen sein", gab sich der Projektgruppenleiter in der Sitzung des Gemeinderats zum Abschluss vorsichtig optimistisch.

Bei einem Tag der offenen Tür – wie zurückliegend auch bei den anderen Baustellen – hat jetzt das Regierungspräsidium Freiburg für den gestrigen Donnerstagspätnachmittag bei der Baustelle "Nördlicher Abschlussdamm" zwischen Ottenheim und Nonnenweier die Bevölkerung über die laufenden Bauarbeiten informiert (wir berichten noch).