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18. November 2009

KOMMENTAR: Abgesang im Westbad

Wasserball-Zweitligist SSV Freiburg zieht sich zurück

Kenner der nationalen Wasserball-Szene sind sich seit einiger Zeit bewusst, dass das älteste olympische Mannschaftsspiel in Deutschland eine langsam sterbende Sportart ist. Im Land des Olympiasiegers von 1928, Weltpokalsiegers 1985 sowie Europameisters 1981 und 1989 werden seit längerem die Zahlen der Mannschaften am Spielbetrieb konstant, aber unaufhaltsam kleiner. Jüngstes "Opfer" einer betrüblichen Entwicklung ist der Zweitligist SSV Freiburg und sein Rückzug kurz vor Rundenauftakt wegen akuter Personalnöte. Der 90-jährige Traditionsverein machte zunächst positive Schlagzeilen mit erfolgreicher Jugendarbeit. Deren Krönung war die Teilnahme an drei deutschen Endrunden von 2004 bis 2006 mit dem Gewinn von zweimal Bronze. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) belohnte die Arbeit mit der Ernennung zum Nachwuchsstützpunkt. "Vater" des Aufschwungs war Nachwuchstrainer Sebastian Berthold. Der konnte jedoch nicht im Breisgau gehalten werden, er folgte einem lukrativen Ruf rheinabwärts, wo er nun in Düsseldorf seine Fähigkeiten einbringt. Im zweiten Jahr nach dem Zweitligaaufstieg gab es für die Ligamannschaft die Trennung von Trainer Martin Sarau, mit dessen zielgerichteter Arbeit einige im Kader nicht einig gehen wollten. Ein weiterer Knackpunkt für den Bruch im Freiburger Aufwärtstrend war die geografische Lage am Rande der Republik mit hohen finanziellen Aufwendungen für die weiten Reisen. Zum letzten Mosaikstein der Negativtendenz im Freiburger Wasserball wurde die Schließung des Westbads im Frühherbst als Trainings- und Wettkampfstätte wegen der Generalsanierung für ein Jahr. Ob eine Erholung von derartigen Nackenschlägen möglich sein wird, darf mit Fug und Recht in Frage gestellt werden.

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Autor: Claus Bastian