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12. Dezember 2010 15:19 Uhr

Benefizkonzert für Familie Tatari

Seelbach: Trauriger Anlass, schöne Musik

Der Sohn des Musikers Henning Lehmann, Luca, wollte etwas für die abgeschobene Familie Tatari in Seelbach tun. Er ging mit der jüngsten Tochter Alisa in eine Klasse und hatte die Idee für ein Benefizkonzert mit "Deyda & Lehmann" am Freitagabend im Bürgerhaus.

  1. Deyda (links) und Lehmann auf der Bühne des Bürgerhauses Seelbach. Foto: Heidi Foessel

Seelbach. Im Oktober wurden vier Mitglieder der Familie Tatari zurück in das Kosovo geschickt. Zwei der vier Kinder durften hierbleiben. Die Tatsache, dass die Familie schon 18 Jahre hier lebte und auf diese Weise auseinandergerissen wurde, löste im Ort eine Welle der Hilfsbereitschaft aus.

Ellen Janka vom Unterstützerkreis, der sich für die Tataris einsetzt und das Konzert organisierte, informierte über die Situation der Familie. Die hiergebliebenen Kinder Belkiza und Gzim bezogen in der vergangenen Woche eine eigene Wohnung in Seelbach, sagte sie. Belkiza habe ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ludwig-Frank-Haus begonnen und fühle sich dort sehr wohl.

"Musik verbindet, kennt keine Grenzen oder Nationalitäten."

Deyda & Lehmann
Auch aus dem Kosovo gab es Neuigkeiten: Erson, Alisa und ihre Eltern konnten eine größere Wohnung beziehen, in der die Versorgung mit fließend warmem Wasser oder der Zustand der Toilette zu wünschen übrig lässt. Ein Holzofen für die kalten Tage musste beschafft werden. Der Unterstützerkreis schickte zwei Pakete mit notwendigen Utensilien ins Kosovo. Vor rund 100 Zuhörern begannen "Deyda & Lehmann" den Konzertabend. Das Motto von Axel Deyda und Henning Lehmann: "Musik verbindet, Musik kennt keine Grenzen oder Nationalitäten." Mit Stücken wie "Light my fire" von den Doors,"Save tonight" von Eagle Eye Cherry oder "Über den Wolken " von Reinhard Mey hatten sie für jeden Gast etwas bereit.

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Vereinzelte Lieder, darunter "Peace train" von Cat Stevens oder "Talkin’bout revolution" von Tracy Chapman begleitete Luca Lehmann auf der Cajon, einem Percussion-Instrument. Zur Abschiebung der Tataris meinte er: "Wir konnten das gar nicht glauben mit Alisa. Wir verstehen das nicht und wir alle vermissen sie."

Freunde von Funk oder rhythmischen Klassikern kamen nicht zu kurz: "Play that funky music", "The lion sleeps tonight" animierten zum Tanzen.

Bei ruhigen Liedern wie "You’ve got a friend" hielt sich so manches Paar in den Armen. "Deyda & Lehmann" verstanden es, trotz des traurigen Anlasses, das bunt gemischte Publikum mit musikalischer Harmonie, Witz und Charme zu begeistern. Der Applaus bestätigte dies immer wieder zwischendurch. Nach zweieinhalb Stunden beschloss die geforderte Zugabe ("If tomorrow never comes" von Garth Brooks) den gelungenen Abend, den die Gastwirte Stana und Igor Loboda vom Bistro"Eulenspiegel" unterstützten. Sie übernahmen die Bewirtung und die Kosten für die Gema-Gebühren. Die Servicekräfte spenden ihren abendlichen Lohn dem guten Zweck.

Wie hoch der finanzielle Erlös des Konzertabends ist, steht noch nicht fest. Darüber will der Unterstützerkreis noch informieren.

Autor: Beate Zehnle-Lehmann