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28. November 2011

Hilfe auf Knopfdruck

Ein Hausnotrufsystem bietet mehr als nur Sicherheit im Alter: Es rettet Leben.

  1. Bis ins hohe Alter zu Hause leben – mit dem Hausnotruf ist das sicher möglich. Foto: malteser

Auch im hohen Alter ziehen es viele Menschen vor, weiterhin in ihren eigenen vier Wänden zu wohnen. Aber: Dies birgt einige Gefahren. Selbst in der eigenen Wohnung kann es zu Un- und Notfällen kommen, ein einfacher Sturz kann schwerwiegende Folgen haben. Hausnotrufsysteme können hier ein Gefühl der Sicherheit schaffen.

Unter dem Banner der Initiative Hausnotruf bieten mehrere Hilfs- und Pflegeorganisatoren wie das Deutsche Rote Kreuz oder der Malteser Hilfsdienst stationäre Notrufsysteme an: Ein Gerät, nicht größer als eine Armbanduhr, ist mit dem Telefongerät verbunden, über das von überall im Haus direkt Kontakt mit der rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale hergestellt werden kann.

Die Initiative beschreibt einen Ernstfall wie folgt: In der jeweiligen Zentrale liegt die Krankenakte des Kunden sowie ein Zweitschlüssel für die Wohnung bereit, damit das Bereitschaftsteam bestens vorbereitet ist. Am Unfallort angekommen, leisten die Mitarbeiter erste Hilfe und verständigen, falls nötig, den Notarzt.

Es muss nicht zwingend gleich ein Unfall sein. Laut Ralf Glück von der Initiative Hausnotruf ist das System auch für Demenzkranke von Vorteil. "Wir haben Fälle, in denen der Patient den Notruf drückt, um zu fragen, wie das Licht angeht, oder wir werden gebeten, den Fernseher auszumachen, weil der Patient vergessen hat, wie das Gerät zu bedienen ist." Die Demenzkranken hätten gelernt, dass sich jemand um sie kümmert, wenn sie den Knopf drücken. Je nach Krankheitsverlauf kann das System so ausgerüstet werden, um Bewegungen in der Wohnung zu überwachen.

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So nützlich das Konzept auch erscheint, etabliert ist es nicht. Laut Initiative Hausnotruf wissen nur 38 Prozent der Menschen über 50 Jahre, dass es ein solches Angebot überhaupt gibt. Aber das ist nicht das einzige Problem: Matthias Neuf vom Arbeiter-Samariter-Bund hat dabei geholfen, das System in Coburg zu etablieren. In einem Interview mit der Initiative Hausnotruf bedauert er, dass eine präventive Installation eines Hausnotrufs von vielen Senioren abgelehnt wird. "Die größte Hemmschwelle sind sicherlich die Kosten." Viele Aufträge erreichen Neuf so weiterhin über die Kliniken, also wenn es schon zu einem Unfall gekommen ist.

Rosa Schiller aus Hugstätten ist sich sicher, dass das Notrufsystem des DRK schon einmal ihr Leben gerettet hat. "Ich wäre tot, wenn ich den nicht gehabt hätte." Als die 81-Jährige vor zwei Jahren auf der Straße vor ihrer Haustür eine doppelseitige Lungenembolie erlitt, konnte sie, bevor sie ohnmächtig wurde, gerade noch den Knopf drücken. Und als sie wieder aufwachte, war der Notarzt schon da. Auch wenn der Knopf einmal unabsichtlich betätigt werden sollte, ist das kein Problem. Die Zentrale meldet sich telefonisch und überprüft zunächst, ob Alles seine Ordnung hat. Rosa Schiller jedenfalls möchte auf das Gerät nicht mehr verzichten: "Ich wollte ohne den Notruf nicht mehr sein. Ich bin sehr, sehr, sehr zufrieden."

Infos gibt es im Freiburger Seniorenbüro unter Tel. 0761/201-3032 oder im Internet unter http://www.freiburg.de/senioren

Auch für Unterwegs

Das größte Problem des Hausnotrufs: Er ist räumlich auf das eigene Haus und die unmittelbare Umgebung begrenzt. Das hilft bei einem Spaziergang nicht viel. In einer Fußgängerzone ist immer etwas los, immer sind Menschen in der Nähe, sollte es zu einem Unfall kommen. Aber draußen in der Natur? Ein Waldspaziergang gleicht fast schon einer Mutprobe. Verschiedene Hilfsorganisationen, darunter das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter, bieten inzwischen mobile Notrufsysteme für unterwegs an. Entweder der Kunde nutzt ein eigen dafür ausgerüstetes Gerät oder rüstet sein eigenes Handy auf. Im Notfall können Kunden so sofort mit der Notrufzentrale in Verbindung treten und mit einem GPS-fähigen Handy per Satellit geortet werden. In Freiburg und Umgebung etwa gibt es aktuell 14 Nutzer des DRK-Mobilnotrufsystems.  

Autor: bz

Autor: Konrad Huber