Mit einer Hand kein Knoten

Georg Voß

Von Georg Voß

Fr, 27. Juli 2018

Sexau

Bewegender Abschied der Grundschule Sexau von Margret Bäumle und Kerstin Trimborn.

SEXAU. Beim Abschlussgottesdienst der Grundschule Sexau in der evangelischen Kirche wurden nicht nur die Viertklässler in die Ferien und eine neue Zukunft entlassen, sondern auch die Schulleiterin Margret Bäumle und Konrektorin Kerstin Trimborn. Als eine der letzten Amtshandlungen verteilte Margret Bäumle die Zeugnisse an die Viertklässler.

Nach dem Gottesdienst, den Pfarrer Herbert Rochlitz hielt, gab es einen bewegenden Abschied für die beiden Schulleiterinnen. Die Grundschüler standen Spalier mit jeweils einer Rose in der Hand und übergaben diese ihnen später.

"Die komplette Schulleitung verabschiedet sich", sagte Margret Bäumle. Sie wies darauf hin, dass Kerstin Trimborn vor 14 Jahren an die Grundschule kam, die Montessori-Pädagogik einbrachte und ein entsprechendes Unterrichtskonzept entwickelte. "Als Klassenlehrerin hatte sie guten Kontakt zu den Kindern. Sie hatte sie gefördert und gefordert." Auch die Kontakte zu den Eltern seien gut gewesen und sie war deren Ansprechpartner.

Margret Bäumle selbst verglich ihr Leben mit einer Reise. "Ich bin gerne unterwegs. Besonders die Nordsee hat es mir angetan." Vor elf Jahren sei sie an die Grundschule Sexau gekommen. "Ich hatte das Gefühl, hier bin ich angekommen, und fand gleich eine gute Ausstattung und nette Kollegen vor." Von 2004 bis 2007 war sie als ständige Vertreterin an der Schule. Zum Schuljahr 2010/11 übernahm sie kommissarische Nachfolge von Manfred Kasten, dem Schulleiter der damaligen gemeinsamen Werkreal- und Grundschule; Kasten wechselte nach Waldkirch. Vor sieben Jahren wurde sie schließlich Schulleiterin. Doch wichtig waren ihr die Kinder, und mit denen will sie nun wieder arbeiten.

Ihr Motto heißtr: "Mit nur einer Hand kriegt man kein Knoten". Sie bedanke sich bei den Eltern, die als Begleiter, als Elternbeirat, im Förderverein oder als Kuchenbäcker für viele Veranstaltungen der Schule tätig waren. Sie erinnerte auch daran, dass die Werkrealschule Sexau zum Ende des Schuljahres 2016 ihre Pforten schloss, so dass der Gang der Grundschule in die Selbständigkeit unvermeidlich war. Jetzt verlässt sie die Grundschule auf eigenen Wunsch.

Ihr neuer Weg führt sie an die Karl-Friedrich-Schule nach Emmendingen und zum Studium der Sonderpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. "Ich hoffe für die Grundschule, dass die neue Leitung bald da ist," sagte sie. Näheres über die Nachfolge war noch nicht zu erfahren.

Bäumles Danke ging auch an die Gemeinde, an die engagierten Kolleginnen, an die Erzieher für die Nachmittagsbetreuung, aber auch an den Hausmeister, der neben ihr und der Konrektorin "der dritte Chef" war. Auch für Bürgermeister Michael Goby hieß es, Abschied zu nehmen und Danke zu sagen "für Ihr besonderes Engagement für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule." "Es ist ein Grundschule, in der sich jeder angenommen fühlt", ergänzte Monika Blum-Thol, Schulamtsdirektorin aus Freiburg und zuständig für die Grundschulen im Landkreis Emmendingen. "Dies entspricht der Vorgabe des Bildungsplans."