Als das Licht ins Tal kam

Hans-Jürgen Wehrle

Von Hans-Jürgen Wehrle

Fr, 01. September 2017

Simonswald

Offene Türen im Kraftwerk und Familientag auf den Simonshof.

SIMONSWALD. "Es wird immer heller bei uns in Simonswald", schrieb die Zeitung Der Elztäler vor 110 Jahren. Seit dieser Zeit wird das Tal mit Strom versorgt, zunächst durch das Gasthaus "Sternen", das vor allem Elektroenergie für eine Uhrenfabrik in Gütenbach bereitstellte. Die Gemeinde und die Firma Gütermann planten dann auf dem Hofgelände des Vogts- und Simonshofbauern ein großes Kraftwerk zu erstellen. Auf der Platte wurde ein Stausee angelegt mit einem Fassungsvermögen von 650 000 Kubikmetern. Dazu wurden 2,5 Kilometer Rohrleitung verlegt mit einem Bruttogefälle von 490 Metern. Das Ingenieurbüro Ludin aus Karlsruhe errichtete dann in zweijähriger Bauzeit das Zweribach-Kraftwerk mit Pumpwerk, welches Wasser aus der Wildgutach zur Platte hoch pumpte. Die neu errichtete Rohranlage galt als höchste Gefällstufe Deutschlands. Hier konnte im Herbst 1925 das neue E-Werk in Betrieb genommen werden.

Der damalige "Verschönerungsverein Simonswald", sowie der Schwarzwaldverein Waldkirch waren mit diesem Projekt nicht einverstanden. Man hatte Bedenken, dass durch die Wegnahme von Wasser aus dem Hirschbach das Naturereignis Zweribach-Wasserfälle leiden würde. Sie forderten, dass an Sonn- und Feiertagen kein Wasser aus dem Hirschbach entnommen werden darf, so dass an solchen Tagen der Zweribach in seiner vollen Schönheit fließen kann, zur Freude der vielen Touristen. Diesem Antrag stimmte die Firma Gütermann zu, berichtete damals Der Elztäler. Erster Werkmeister war August Stratz, der "Sterne-Auguscht", später Siegfried Weiss, ein bekannter Skilangläufer.

Nun soll das E-Werk, das unter Denkmalschutz steht, am Wochenende der Öffentlichkeit zugänglich sein. Sehenswert sind die beiden Turbinen der Firma Voith aus Heidenheim, die seit 1925 ununterbrochen in Betrieb sind. Die Führungen der Anlage übernehmen die Enkel des ersten Werkmeisters, Roman und Gerson Weiss. Eingeladen wird auch zum Familientag auf dem Simonshof: Sonntag, 3. September, ab 11 Uhr, mit musikalischer Unterhaltung durch das Jugendblasorchester Simonswald und den Musikverein Katzensteig. Für das leibliche Wohl wird gesorgt (siehe BZ vom Dienstag).