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06. Februar 2012
Heiße Tränen im eiskalten Ostwind
Bei 16 Minusgraden ist beim Schwarzwälder Läufertag in Schonach Leidensfähigkeit gefragt / Janosch Brugger SVS-Schülermeister.
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Positionskampf: Markus Dorer von der SZ Brend (Nr. 251) und Frank Brengartner vom SC Münstertal (rechts) auf der Klassikerspur. Albert Kürner vom SV St. Peter (Nr. 271) kämpft um den Anschluss. Foto: helmut junkel
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Nicht zu bremsen: Janosch Brugger wurde überlegen Schülermeister. Foto: Helmut Junkel
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Schülermeisterin: Tiara Schimmelpfennig vom SV Kirchzarten Foto: Helmut Junkel
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Fliegender Wechsel: Die Hinterzartenerin Hanna Schuler (links) übergibt im Staffelrennen an ihre Teamkollegin Lotta Kleiser. Foto: Helmut Junkel
SKILANGLAUF. Hinter Glas und mit Dach über dem Kopf wie im Funktionsgebäude schien das Wintermärchen draußen vor der Tür perfekt. Wer sich gestern aber im Schonacher Wittenbach bei 16 Kältegraden zum Start noch dem beißenden Ostwind auf der Hochfläche ausgesetzt sah, konnte den Sonnenschein aus tiefblauem Himmel nur bedingt genießen. Dennoch sorgten im Einzelrennen in der klassischen Technik 228 Starter von den Schülern 8 bis zu den Senioren 66 für eine ordentliche Beteiligung am Schwarzwälder Läufertag.
Schnellster Läufer über acht Kilometer war Johannes Schwormstädt vom SC St. Peter: Der Sieger der männlichen Jugend 17 benötigte für die vier Runden auf der etwas entschärften Weltcup-Strecke der Nordischen Kombinierer 23:09,5 Minuten. Bestzeit der Starterinnen über vier Kilometer lief Juniorin Julia Ebner (SZ Brend) in 13:43,2 Minuten.Kälte frisst Energie – diese Erfahrung mussten gerade auch die Jüngsten im Teilnehmerfeld machen. Bibbernd rutschten viele vor dem Start auf ihren schmalen Latten hin und her, notdürftig warm und halbwegs bei Laune gehalten von umgelegten dicken Jacken oder Mamas Küsschen. Ein paar wenige gingen mit Anorak unter der Startnummer auf die Strecke, die meisten schützten Wangen und Kinnpartie mit Tüchern oder Sturmhaube vor dem angriffslustigen Wind. Die Schüler und Schülerinnen der Altersklassen 8 bis 11 mussten nur eine Runde à zwei Kilometer laufen, doch auch die hatte es mit drei langen und steilen Anstiegen und teils kurvigen Abfahrten in sich.
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Mehrere Kinder glitten – völlig geschafft – weinend über die Ziellinie, wobei auch die Legende widerlegt wurde, dass Jungs nie weinen. Doch gestärkt mit heißem Tee und aufgemuntert vom Lob der Eltern normalisierte sich die Lage meist schnell wieder.
Gut gemeint war auch der Ratschlag des Betreuers auf der Strecke an den gerade überholten jungen St. Märgener, "jetz’ hängsch di an des Mädle hinte’ dran". Hätte der sicher gern gemacht, doch "des Mädle", ein Jahr älter, hatte bereits eine Minute auf den Burschen gutgemacht, kämpfte um den Klassensieg und war an der Steigung bald außer Reichweite.
Qualitativ am stärksten besetzt war die männliche Jugend 16, wo der Schonacher Fabian Ringwald mit acht Sekunden Rückstand auf Schwormstädt Zweiter wurde. Die drittschnellste Zeit lief Männer-Sieger Manuel Sieber (SC Vöhrenbach/23:46,5), gefolgt vom Seebacher Josua Strübel (23:48,2), Dritter der J 16. Schnellster Schüler über vier Kilometer war trotz eines Sturzes in einer schnellen Abfahrt S 15-Sieger Janosch Brugger (WSG Schluchsee/12:00,6).
Drei der vier Staffelrennen hatte am Samstag der SC St. Georgen gewonnen. Nur bei den Frauen waren die einheimischen Läuferinnen vom ST Schonach-Rohrhardsberg mit ihrer Siegerzeit von 41:18,0 Minuten über 3x4 Kilometer gut zwei Minuten schneller als das Trio aus der Bergstadt. Dritter wurde weitere drei Minuten zurück die SZ Breitnau in der Besetzung Michaela Simon, Katja Hog und Nicole Schlegel. Knapp war die Entscheidung bei den Männern: Nach 3x8 Kilometern und 1:11:24,8 Stunden lagen Nathan Lehmann, Thomas Kopp und Björn Hermann im Ziel 9,8 Sekunden vor dem SC Münstertal, für den Jürgen Gutmann, Andreas Muckenhirn und Jonas Böhler gekämpft hatten. Auf Rang drei der sieben Männerstaffeln kam der SC St. Peter (1:14:08,4) in der Besetzung Michael Dilger, Simon Kürner und Johannes Schwormstädt. Bei den Schülerinnen setzten sich Samantha Lehmann, Annika Fichter und Julia Merkle vom SC St. Georgen (44:35,1) unangefochten gegen ST Schonach-Rohrhardsberg (47:28,1), SC Hinterzarten (47:59,5) und SC St. Märgen (51:03,5) durch.
Bei den Schülern konnte das Trio des SC Schönwald (57:28,3) den St. Georgenern Maximilian Gebelein, Max Paul und Johannes Pfaff (42:00,0) nicht Paroli bieten. Dass nur zwei Vereine eine Schülerstaffel ins Rennen geschickt hatten, stieß bei Hermann Sieber auf Kritik. Der nordische Sportwart des Skiverbands Schwarzwald (SVS), der beim vom SV Rohrhardsberg ausgerichteten Läufertag auch die Wettkampfleitung hatte, wies darauf hin, dass etliche Vereine mehr Mannschaftswettkämpfe fordern. Da sei es dann schwer verständlich, wenn sie andererseits die Chance nicht nutzten, sich bei der Staffelmeisterschaft zu präsentieren. Die Kälte ließ Sieber als Hinderungsgrund nicht gelten: "Am Samstagnachmittag war es nicht so kalt wie am Sonntagvormittag."
Autor: Annemarie Zwick


