Schnelle Hochschwarzwälder Sieger

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Fr, 11. Januar 2019

Skilanglauf

RP-Finale von "Jugend trainiert für Olympia" in Langenordnach: Kreisgymnasium und Realschule Titisee-Neustadt vorn.

SKI NORDISCH. Mit Verspätung hat der Winter jetzt auch den Hochschwarzwald erreicht. Davon profitierten gestern der SC Langenordnach und die 99 Jungen und Mädchen, die im Regierungspräsidiums-Finale des Schulwettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" im Skilanglauf starteten. Der Ausrichter konnte bei besten äußeren Bedingungen die heimische Infrastruktur nutzen, die jungen Sportler und ihre Betreuer hatten kurze Wege. Den Wettkampf III gewannen die Mädchenmannschaft des Kreisgymnasiums (KG) Hochschwarzwald und die Jungen der Realschule Titisee-Neustadt.

"Komm, gib noch mal Gummi, letzte Meter", ruft eine Mutter am Streckenrand aufmunternd. Nebenan hat eine andere Betreuerin ihrer Begleitung gerade erklärt, dass die Bedeutung der richtigen Wachswahl in ihren Augen oft überschätzt wird: "Ich sag immer, es kommt letztlich nur auf de Kerle a." Wie sich ihr "Kerle" gestern anstellte, ist nicht überliefert. Insgesamt war zu beobachten, dass sich die Jungs und Mädels richtig anstrengten auf der 1,6 Kilometer langen Strecke gegenüber vom Langenordnacher Feuerwehr- und Bürgerhaus. Die hatte nicht nur einen happigen Anstieg zu bieten, der einige der Nachwuchskräfte vor eine gehörige Herausforderung stellte. Wie üblich war der Kurs mit technischen Aufgaben gespickt: Richtungswechsel zwischen eng gesteckten Toren, Achterlaufen, in gebückter Haltung durch Schlupftore, ein versetzter Anstieg mit engen Kehren, ein Slalom bergab, rückwärts ein Tor passieren und eine Minischanze überwinden. Schließlich sollten die Schüler und Schülerinnen auch an diesem Tag im Schnee etwas lernen.

Zuerst starten, einzeln im Abstand von 30 Sekunden, die Jüngsten der Jahrgänge 2006 bis 2009, Jungen und Mädchen durcheinander. In ihrem Wettkampf IV bilden jeweils zwei Jungen und zwei Mädchen einer Schule eine Mannschaft. Die 55 Teilnehmer, das größte Starterfeld an diesem Tag, kommen aus sechs weiterführenden Schulen aus Bad Säckingen, Furtwangen, Kirchzarten, St. Blasien und Titisee-Neustadt.

Zahlenmäßig liegen die Lokalmatadoren aus dem Hochschwarzwald vorn: Die Realschule Titisee-Neustadt kann gleich drei Mannschaften aufbieten, das Kreisgymnasium aus der Wälderstadt zwei. Den Sieg auf der Skatingpiste schnappen ihnen allerdings die "Flachländer" aus dem Dreisamtal weg. Kein Wunder, gleich die besten vier Einzelzeiten legen Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums Kirchzarten vor. Der Schnellste ist mit 6:01,1 Minuten Fin Zurnieden, gefolgt von Luis Schuler (6:07,1), Tyler Ütz (6:13,3) und dem fixesten Mädchen Louisa Haag (6:19,0). Das RP-Finale gewinnen die Kirchzartener Gymnasiasten in der Besetzung Zurnieden, Schuler, Haag und Mara Eckerle (6:46,1) mit der Gesamtzeit von 25:13,3 Minuten überlegen. Rang zwei sichern Paul Tritschler mit der fünftbesten Zeit (6:30,8), Amadeus Horngacher (6:50,0), Mia Brugger (7:06,5) und Tinka Lickert (7:31,9) der Realschule Titisee-Neustadt (27:59,2). In Summe 29:00,7 Minuten waren für das drittplatzierte Kreisgymnasium Matthias Maier (6:36,4), Lotta Schelb (6:41,9), Mika Ketterer (6:48,3) und Paula Ostermann (8:54,1) unterwegs. Diese drei Schulen qualifizierten sich für das Landesfinale Ende Januar in Baiersbronn.

Am härtesten umkämpft war der Sieg bei den Schülern im Wettkampf III der Jahrgänge 2004 bis 2007. Mit 32,1 Sekunden Vorsprung setzte sich das Quartett der Realschule Titisee-Neustadt (24:19,7) gegen die Kirchzartener Gymnasiasten durch. Für die Realschule kämpften Luis Braun mit der Tagesbestzeit von 5:18,2 Minuten, der Zweitschnellste Luca Wehrle (5:21,1), Timo Tritschler (6:49,2) und Max Braun (6:51,2). Bei den Kirchzartenern kamen Sven Kolb (5:45,2), Dean Ütz (5:51,6), Jannis Dold (5:52,6) und Kimi Föhrenbacher (7:22,4) in die Wertung. Als Drittplatzierte werden auch die Furtwanger vom Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) mit Realschule (28:12,9) beim Landesfinale vertreten sein.

Nur 6,5 Sekunden langsamer als die siegreichen Realschüler waren die gleichaltrigen Mädchen vom Kreisgymnasium. Leonie Maier (5:54,4), Janna Klimpel (5:59,2), Dana Horngacher (6:15,6) und Marlene Bach (6:17,0) siegten in der Zeit von 24:26,2 Minuten überlegen vor den Realschülerinnen aus der Wälderstadt (26:46,0). Für diese liefen Mali Brugger, die mit Tagesbestzeit der Mädchen von 5:52,4 Minuten glänzte, Emma Schelb (6:34,1), Lena Faller (7:09,1) und Monja Tritschler (7:10,4). Rang drei ging auch bei den Mädchen ans OHG (28:22,0).

Carina Bach, die RP-Beauftragte von "Jugend trainiert für Olympia" im Skilanglauf, zeigte sich mit der Beteiligung auf Vorjahresniveau zufrieden. Erfreulich sei, dass in diesem Jahr zwei neue Schulen an diesem Wettbewerb teilnahmen: das Schwarzwald-Gymnasium Triberg und das Fürstenberg-Gymnasium Donaueschingen, die im Wettkampf III der Mädchen Rang vier und fünf belegten. Bernd Seifried, Realschullehrer aus Kirchzarten, der für den Schulwettbewerb auf RP-Ebene für den administrativen Teil zuständig ist, zeigte sich bei seinem Besuch laut Carina Bach beeindruckt vom Aufwand und der Anzahl der Helfer, die für diesen Wettbewerb nötig sind.

Andreas Heizmann, der Vorsitzende des SC Langenordnach, fand es "toll, an einem normalen Wochentag 25 bis 30 Helfer zusammenzubekommen". Der Verein aus dem Neustädter Ortsteil hat zwar mehr als 300 Mitglieder, doch den harten Kern, auf den bei Bedarf immer wieder gezählt werden könne, bilden eben diese so dringend gebrauchten und erprobten Freiwilligen. Viel Spaß bei "Jugend trainiert" macht auch immer die "tolle Zusammenarbeit mit Carina Bach", ergänzte Heizmann lächelnd.