Serie: Abseits von Olympia (13)

Unterwasser-Rugby – Angriff von allen Seiten

Fr, 22. August 2008 um 00:00 Uhr

Sonstige Sportarten

Die Sportwelt schaut nach China, wir suchen abseits des Olympiarummels nach tapferen Athleten. Während der Spiele stellen wir täglich eine Sportart vor, die nicht im Medaillenspiegel auftaucht. Wie geht’s? Woher kommt’s? Wer spielt in der Region?

Die Sportwelt schaut nach China, wir suchen abseits des Olympiarummels nach tapferen Athleten. Während der Spiele stellen wir täglich eine Sportart vor, die nicht im Medaillenspiegel auftaucht. Wie geht’s? Woher kommt’s? Wer spielt in der Region?
  • So heißt's richtig:
    Unterwasser-Rugby
  • Manche sagen auch:
    UWR
  • Faszination in drei Sätzen: "Die Dreidimensionalität: Man bewegt sich fast schwerelos im Wasser und kann von allen Seiten angegriffen werden oder sich selbst in jede Richtung bewegen. Trotz der ganzen Kämpferei habe ich es in meiner fast 20-jährigen Spielpraxis noch nie erlebt, dass sich jemand ernsthaft verletzt hat. Im Allgemeinen wird Unterwasser Rugby sehr fair gespielt und UWR-Spieler kennen sich bundesweit und über die Grenzen hinaus, wie eine große Familie." (Michael Krämer, Tauchclub Offenburg)
  • Experten-Vokabular:
    Korb – das Tor
    UW-Schiedsrichter – Unterwasser-Schiedsrichter, der mit Pressluftgerät taucht
  • Angeber-Vokabular:
    Deckel-Dackel – ein Spielsystem
  • Darum geht's:
    Jeweils sechs Spieler pro Mannschaft versuchen den mit hochkonzentriertem Salzwasser gefüllten Ball in den gegnerischen Korb zu legen. Der Ball darf nur unter Wasser geführt oder gestoßen werden und wandert so über die einzelnen Spieler in Richtung gegnerisches Tor. Dabei darf nur der ballführende Spieler angegriffen werden. Alles weitere steht in den Regeln.
  • Spielplatz:
    Im Hallenbad im tiefen Bereich, meist die Sprungturmgrube des Beckens. Bei Turnieren ist eine Tiefe von 3,5 bis 5 Metern vorgegeben.
  • Aus dem Geschichtsbuch: Unterwasser-Rugby ist eine sehr junge Sportart. Dennoch kursieren die verschiedensten Schöpfungsgeschichten: vom Konditionstraining einer Französischen Eliteeinheit bis zum Spiel mit Kokosnüssen in Kenya. In Wirklichkeit hat ein Mitglied des Deutschen Unterwasser-Clubs Köln die Grundlagen des Spiels erfunden. Ludwig von Bersuda kam 1961 auf die Idee eines Ballspiels unter Wasser. Seine Version ähnelte eher dem Volleyball. Drei Jahre später haben zwei Mannschaften aus Mülheim und Duisburg das erste Match mit geänderten Regeln ausgetragen, die sich am Rugby orientierten. Inzwischen gibt es richtige Ligensysteme sowie Europa- und Weltmeisterschaften.

  • Investitionen:
    Blaue und weiße Badehose oder Badeanzug, blaue und weiße Wasserballkappe mit Ohrenschützern, Flossen, Taucherbrille und Schnorchel – alles zusammen kostet etwa 300 Euro.
  • Für Liebhaber:
    Tiefenschutz
  • Zeitaufwand:
    Regulär beträgt die Spielzeit zwei Mal 15 Minuten ohne Unterbrechungen. Die Spieler sind insgesamt etwa 45 Minuten im Wasser. Trainiert wird ein bis zwei Mal die Woche, jeweils eine bis anderthalb Stunden.
  • Risiko:
    Manchmal gibt es blaue Flecken oder auch mal eine Prellung. Schlimm ist ein Trommelfellriss oder eine Kapselverletzung an den Fingern durch Verdrehen.
  • Talentfrage:
    Man sollte sich im Wasser wohl fühlen, gut schwimmen können und vielleicht im Urlaub schon einmal geschnorchelt haben. Wenn man dann noch ein stabiles Herz-Kreislauf-System besitzt und gerne Sport treibt, steht einem Schnupperbesuch beim Training nichts mehr im Weg.
  • So sieht’s aus:
    Videobeitrag auf Youtube