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29. September 2017

Ambitionierte Eisvögel-Küken

Erstmals seit 17 Jahren spielen Freiburgs Basketballerinnen wieder in der zweiten Liga / Ziel ist der direkte Wiederaufstieg.

  1. Der neue Eisvögel-Kader würde gerne von oben auf die Konkurrenz herabgucken. Foto: Patrick Seeger

BASKETBALL. Pauline Mayer, Luisa Nufer und Leonie Kambach sind Basketballerinnen im aktuellen Kader des USC Freiburg. Sie waren noch nicht geboren, als die Eisvögel zum letzten Mal in der zweiten Bundesliga spielten. Am 29. April 2000 war das in der Aufstiegsrunde zum Bundesliga der Fall. Damals hieß der Bundeskanzler Gerhard Schröder und der Euro war noch nicht eingeführt. Von Samstag an, nach 17-jähriger Zugehörigkeit zu Liga eins und dem Abstieg im Frühjahr, spielen die Eisvögel nun wieder in Liga zwei. Ihr Ziel: der sofortige Wiederaufstieg in die erste Liga.

Die Mannschaft
14 Spielerinnen (Durchschnittsalter: 19,2 Jahre) stehen im Kader, der USC will weiter ein Zentrum der Jugendförderung im deutschen Frauen-Basketball sein. Deshalb ist ein halbes Dutzend Nachwuchs-Nationalspielerinnen im Aufgebot. Schon nach der Abstiegssaison hatten die Eisvögel Platz eins im Ausbildungsfonds der Bundesliga belegt und waren mit einem vierstelligen Eurobetrag ausgezeichnet worden. Sieben Spielerinnen, darunter fünf ausländische, haben den Verein im Sommer verlassen, die bisherige Kapitänin Juliane Hodapp will nur noch in Ausnahmefällen aushelfen.


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Die Trainer
In Pierre Hohn holten die Eisvögel einen ganz jungen Trainer. Der examinierte Jurist ist erst 25 Jahre alt und – im Gegensatz zum bisherigen Coach Sascha Bozic – hauptamtlich tätig. Pierre Hohn war bisher Übungsleiter des Frauen-Zweitligisten Wolfenbüttel, mit dem er in den finalen Aufstiegsspielen zur ersten Liga stand, aber an der Mannschaft von Göttingen scheiterte. Zudem trainierte er die Auswahl Niedersachsens. Bei einem Bundesjugendlager in Heidelberg kam 2016 auch der erste Kontakt mit Harald Janson zustande, dem Sportlichen Leiter der Eisvögel. Hohn sagt: "Ich habe den Freiburger Weg stets intensiv verfolgt. Die Eisvögel haben ein ähnliches Programm wie Wolfenbüttel, setzen auf viele Jugendspielerinnen, die sie ausbilden und weiterentwickeln. Und sie haben sich über die Jahre tolle Bedingungen geschaffen in der Zusammenarbeit mit dem Olympiastützpunkt, mit Physiotherapeuten und Athletiktrainern." Auch der Co-Trainer ist neu. Für Viktor Herbosa übernimmt diese Aufgabe nun Mirna Paunovic. Die 41-Jährige, inzwischen zweifache Mutter, spielte und prägte von den Jahren 2005 bis 2012 den USC Freiburg – und beendete bei den Breisgauern dann auch ihre aktive Laufbahn.

Der Modus
Elf Mannschaften spielen in der zweiten Liga Süd. Die besten vier Teams nach der 22 Spieltage umfassenden Hauptrunde erreichen das Playoff-Halbfinale. Der Erste trifft dabei auf den Vierten, der Zweite auf den Dritten. Die Sieger treffen in der Finalserie aufeinander. Nur der Gewinner der Playoff-Finals, die ebenso wie die Halbfinals nach dem Modus Best of three ausgetragen werden, steigt in die erste Bundesliga auf.

Die Ziele
"Wir wollen mit der möglichst besten Ausgangsposition in die Playoffs", sagt Trainer Hohn. Das klingt ein wenig gestelzt. Diese Vorgabe hat er zusammen mit der Mannschaft ausgeheckt. Hohns persönliches Ziel ist klar: "Ich will mit dem Team in die erste Liga.". Ein Selbstläufer werde das aber nicht. Die Hauptkonkurrenten sieht er in Bad Homburg (mit vier ausländischen Spielerinnen im Kader) und Bamberg. Die zweite Liga Süd gilt im Vergleich zur zweiten Liga Nord als die schwächer besetzte Klasse.

Die Vorbereitung
Von großen Verletzungen ist das Team bislang verschont geblieben. Nach der Eingewöhnungsphase gab es bei Turnieren und Testspielen, die allesamt in auswärtigen Hallen ausgetragen wurden, zunächst Niederlagen gegen französische, Schweizer und deutsche Teams, ehe dann auch Erfolge heraussprangen – gegen Fribourg (Schweiz), Bad Aibling (erste Bundesliga) und Mulhouse (Frankreich). Am Samstag (19.30 Uhr/Unisporthalle) beginnt dann die Saison mit einem Heimspiel gegen Speyer-Schifferstadt. Dabei kann der USC aller Voraussicht nach in Bestbesetzung antreten.
Der Etat
Trotz des Abstiegs konnte der USC alle große Sponsoren halten, jedoch zu Zweitliga-Bedingungen. Der Etat 2016/17, der auch die Teilnahme an einem Europacup- Wettbewerb beinhaltete, belief sich auf 300 000 Euro. In der Spielzeit 2017/18 stehen dem Klub laut Sportlichem Leiter Harald Janson 190 000 Euro zur Verfügung. Interessant wird sein, ob die Zuschauer nach 17 Jahren erster Liga und einem Schnitt von bis zu 800 auch die zweite Liga annehmen – oder ob die Besucherzahlen stark zurückgehen werden.

Kader und Termine

Aufbau: Pauline Mayer (16 Jahre/USC-Nachwuchs), Luana Rodefeld (19), Victoria Wieczorek (19), Nathalie Zehender (19).

Flügel: Luisa Nufer (15/USC-Nachwuchs), Anna Schipek (21), Laura Zdravevska (19/Würzburg), Christina Zehender (21), Kelly Hughes (22/Boston College).

Center: Kristen Gaffney (23/East Carolina University), Ilka Hoffmann (22), Leonie Kambach (16), Emily Kapitza (17), Lea Ouedraogo (20).

Abgänge: Kristen McCarthy (27/Island), Mariessa Greene (30/unbekannt), Nadjescha Ilmberger (20/Saarlouis), Satou Sabally (19/Oregon Ducks/ USA), Hanne Mestdagh (24/Belgien), Jovana Vukoje (31/Reha nach Kreuzbandriss), Sasha Weber (23/unbekannt).

Heimspiele (Unisporthalle/19.30 Uhr): Speyer-Schifferstadt (30.9.), Bamberg (7.10.), Wasserburg II (21.10.), Weiterstadt (4.11.), Bad Homburg (25.11.), Keltern II (13.1.2018), Krofdorf (27.1.), Langen-Hofheim (10.2.), München (24.2.), Würzburg (18.3./16.30 Uhr).  

Autor: gg

Autor: Georg Gulde