Punktabzug und Niederlage

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Mo, 13. Februar 2017

USC Eisvögel

Für Freiburgs Basketballerinnen wird’s im Abstiegskampf eng / Diskussion um Status von Vukoje.

HANNOVER/FREIBURG. Gebrauchtes Wochenende für die Basketballerinnen des USC Freiburg. Erstens: Sie verlieren am 17. von 22. Hauptrundenspieltagen in Hannover mit 69:81 (19:21, 24:17, 11:21, 15:21). Zweitens: Ihnen wird wegen eines Verstoßes gegen die Spielordnung ein Punkt abgezogen. Drittens: Dadurch fallen sie auf einen Abstiegsplatz zurück.

Schon vor dem Sprungball in Hannover war die Freiburger Delegation negativ überrascht worden. Topscorerin Kristen Mc Carthy (verletzt) und Kapitänin Juliane Hodapp (krank) konnten nicht mittun. Zudem hatte die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) den Südbadenerinnen mitgeteilt, dass sie mit dem Abzug eines Punktes bestraft werden. Bei der 54:62-Niederlage vor zwei Wochen in Marburg soll der USC vier statt der erlaubten drei sogenannten A-Ausländerinnen eingesetzt haben. A-Ausländerinnen sind im Jargon der Liga Basketballerinnen, die aus dem nicht-europäischen Ausland kommen. Davon haben die Eisvögel indes nur drei unter Vertrag – und dementsprechend standen in Marburg eigentlich auch nur drei nicht-europäische Ausländerinnen für den USC auf dem Parkett. Da aber auf dem Spielerpass der Serbin Joana Vukoje auch ein A vermerkt ist, wurde das nun beanstandet.

Interessanterweise geschah das nicht von einem Vertreter des BC Marburg. Vielmehr war es unter anderem ein Funktionär des Weltverbandes, der den angeblichen Verstoß am vergangenen Mittwoch beim 62:52-Sieg in der Central Europe Women League (CEWL) gegen Ružomberok bemerkte, durch den die Südbadenerinnen erstmals in ein europäisches Final-Turnier einzogen. Für die CEWL hat dieser Umstand wohl keine Auswirkung, aber für die Bundesliga. Die DBBL sprach eine Ordnungsstrafe gegen die Eisvögel aus und entschied auf Spielverlust sowie Punktabzug und Geldstrafe. So wird das – ohnehin von Marburg gewonnene – Spiel mit 20:0 für die Hessen gewertet, dem USC Freiburg aber zudem noch ein Punkt abgezogen. Womit der abstiegsbedrohte Klub nun nur noch neun statt zehn Punkte auf dem Konto hat und wieder einen Abstiegsplatz einnimmt.

Gegen diese Entscheidung kann gemäß DBBL-Schiedsgerichtsordnung innerhalb einer siebentägigen Frist Widerspruch eingelegt werden. Das wird der USC Freiburg auch tun. Er argumentiert, dass das A zu Unrecht auf dem Spielerpass von Vukoje stehe.

Trotz des (zumindest vorübergehenden) Punktabzugs und der Schwächung durch den Ausfall von Mc Carthy und Hodapp konnten die Eisvögel das Spiel beim Tabellensiebten Hannover bis zur Halbzeit mehr als ausgeglichen gestalten. Vor allem wegen der fünf Dreier von Hanne Mestdagh in Halbzeit eins.

Aber in der zweiten Halbzeit übernahmen dann die Niedersachsen das Kommando, auch weil sich der USC Freiburg insgesamt 23 Ballverluste leistete und damit fast doppelt so viele wie die Gastgeber (zwölf).

Hannover: Richter (21 Punkte/davon 3 Dreier), Jeltema (10/2), Bartsch (10), Rosche, Gobeljic (8), Grigoleit (27), Schreck, Mihalyi (5/1), Arndt (nicht eingesetzt). Freiburg: Greene (17), Schipek (n. e.), Weber, Hoffmann, Ouedraogo, Sabally (6), Rodefeld (9/1), Ilmberger (7), H. Mestdagh (22/6), Vukoje (8). Schiedsrichter: Sirowi/Kaveh. Zuschauer: 300.