"Auf Augenhöhe auf dem Eis"

Deborah Oefner

Von Deborah Oefner

So, 18. März 2018

Eishockey

Der Sonntag Beim EHC Freiburg gibt es nun Para-Eishockey.

Im Eisstadion machen sich Spieler des neugegründeten Para-Eishockeyteams des EHC Freiburg für Behinderte zum Training bereit. Während die Schlitten aus Rahmen, Sitzschale und Kufen zum Eis getragen werden, dreht Marc Hauger eine erste Runde. Mit den Schlägern stößt er sich ab, um den Kufen, auf denen er sich fortbewegt, Schwung zu verleihen.

Acht bis zehn Spieler befinden sich derzeit im Team, allerdings nur zwei davon mit einer körperlichen Behinderung. "Bei uns stellt es keinen Unterschied dar, ob Behinderung oder nicht, ob Mann oder Frau. Jeder ist im Team willkommen," sagt Jens Brandmeier, der vor eineinhalb Jahren mit diesem Sport begann und ihn nun zusammen mit Marc Hauger auch beim EHC aufleben lässt. "Zu Beginn ist das einzige Problem die Technik", erklärt Hauger.

Ein Selbsttest bestätigt: Es erfordert große Koordination, um sich auf dem Schlitten zu halten. Die Spieler ziehen Kreise auf dem Eis, bemüht, sich fortzubewegen, den Puck zu erwischen, ihn spielerisch unter ihrem Schlitten hindurchzumanövrieren und sich im Sitz zu halten. Nicht selten passiert es, dass sie beim gegenseitigen Rammen zur Seite kippen.

Zur Ausstattung der für den Parasport angepassten Schlitten gehören zwei Schläger mit sogenannten Spikes zur Fortbewegung. Diese werden ins Eis gerammt, gleichzeitig wird mit dem oberen Teil, der "Kelle" der Puck geschossen. Füße und Hüfte sind mit Gurten angeschnallt. Bezogen werden die Schlitten aus Kanada, der Preis liegt bei etwa 500 Euro. Gespielt wird nach den normalen Eishockey-Regeln. Einziger Unterschied: Dreimal 15 statt zweimal 20 Minuten auf dem Eis.

Marc Hauger sieht das besondere Potenzial eines solchen Teams in Freiburg, da es das einzige im süddeutschen Raum ist. Das Ziel des Teams? "Zunächst arbeiten wir an der teaminternen Spielsicherheit mit Hinblick auf die Bundesliga", so Hauger. Ein Team aus Behinderten und Nichtbehinderten kann in der Bundesliga spielen, international ist es für die Spieler ohne Behinderung allerdings nicht erlaubt.

"Meine Behinderung, eine Teillähmung, schränkt mich nicht ein", sagt Hauger. Es wird im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe gespielt. Momentan wird einmal in der Woche trainiert, meistens Freitag oder Samstag zwischen 22 und 23 Uhr. Jeder ist willkommen. Jens Brandmeier: "Hat man sich einmal daran gewöhnt, ist es schon fast wie Schlittschuhlaufen."Deborah Oefner