Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

12. August 2017 21:59 Uhr

Leichtathletik

Freiburgerin Jungfleisch verpasst knapp WM-Bronze

Marie-Laurence Jungfleisch, aus Freiburg stammende und in Stuttgart lebende Hochspringerin, verpasst bei der WM in London die Bronzemedaille um einen Platz. Sie wird Vierte mit übersprungenen 1,95 Metern.

  1. Absolvierte einen starken Wettkampf, war aber enttäuscht, dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat: Marie-Laurence Jungfleisch Foto: dpa

Das Schöne beim Hochsprung ist neben der Ästhetik die Tatsache, dass man sich in den ersten Sprüngen Selbstvertrauen und das Gefühl für Anlauf, Absprung sowie Lattenüberquerung holen kann. Denn es wird mit niedrigen Höhen begonnen. Und die Athletinnen, unter ihnen auch Jungfleisch, drängten die Veranstalter, mit 1,84 und nicht mit 1,88 Metern anzufangen. Die Funktionäre gaben den Ansinnen nach.

Eine Höhe zum Einspringen

1,84 Meter, kein Problem für Marie-Laurence Jungfleisch an diesem spätsommerlichen Abend in London mit seinen 21 Grad, die ein bisschen wenig sind für die ganz großen Höhen in dieser Disziplin. Auch zehn andere Athletinnen schafften es bei 1,84 Metern im ersten Sprung, die US-Amerikanerin Inika McPherson ließ die Höhe aus.

Danach die Steigerung um vier Zentimeter – 1,88 Meter. Zehn von zwölf Sportlerinnen kamen im ersten Sprung drüber – darunter die Deutsche, die im vergangenen Jahr die Schallmauer von zwei Metern einmal übersprungen hatte.

Mit fünf anderen Springerinnen in Führung

Werbung


Dann wurden wieder vier Zentimeter draufgepackt – 1,92 Meter. Hier scheiterten schon einige im ersten Durchgang. Aber Marie-Laurence Jungfleisch überquerte die Latte bei dieser Höhe gleich im ersten Versuch – und lag zusammen mit fünf anderen Hochspringerinnen in Führung. In der Qualifikation am Donnerstag hatte sie die Höhe erst im dritten und letzten Versuch übersprungen. In Olympiasiegerin Ruth Beitia aus Spanien scheiterte schon eine Medaillen-Mitfavoritin.

Danach wurde die Latte um drei Zentimeter höher gelegt – 1,95 Meter. Und wieder gehörte Marie-Laurence Jungfleisch zu den Sportlerinnen, die die Höhe im ersten Versuch meisterten. Außer ihr schafften das nur drei andere: die aus Russland stammende und unter neutraler Flagge startende Favoritin und Titelverteidigerin Maria Lasizkene, Yulia Lewtschenko aus der Ukraine sowie Katarina Johnson-Thompson aus Großbritannien, die allerdings bei 1,92 Metern schon einen Fehlversuch hatte. Bei 1,95 Meter verabschiedete sich unter anderem die hoch gehandelte Weltjahreszweitbeste und Hallenweltmeisterin Vashti Cunningham aus den USA. Die Höhe schafften insgesamt sechs Athletinnen.

Polin verhindert die Bronzemedaille von Jungfleisch

Nun eine Steigerung um zwei Zentimeter – 1,97 Meter: Im ersten Durchgang gingen Maria Lasizkene und Yulia Lewtschenko wieder im ersten Durchgang über die Höhe. Marie-Laurence Jungfleisch scheiterte im ersten Versuch klar, im zweiten knapp. Ihre weiteren Konkurrentinnen um Bronze, die Polin Kamila Licwinko, die Britinnen Morgan Lake und Katarina Johnson-Thompson, scheiterten ebenfalls im ersten und zweiten Durchgang. Die in Freiburg aufgewachsene Deutsche, deren Saisonbestmarke exakt bei diesen 1,97 Metern lag, war damit immer noch auf dem Bronzeplatz. Doch im dritten und letzten Versuch sprang die Polin Kamila Licwinko über die Latte. Hätte sie es nicht geschafft, wäre Jungfleisch Dritte gewesen. Sie, die Olympia-Siebte, schaffte es im dritten Versuch nicht zu kontern, sondern riss die Latte knapp – und wurde damit WM-Vierte. Ihr Ziel, eine Medaille zu gewinnen, hatte sie verfehlt. Dabei war sie so nahe dran gewesen, erstmal international in die Medaillenränge zu kommen.

Die Favoritin siegt

Die in dieser Saison ungeschlagene Maria Lasizkene (Mädchenname Kutschina), die seit vergangenem Winter mit einem Litauer verheiratet ist, gewann den Wettbewerb mit 2,03 Metern vor und Yulia Lewtschenko (ebenfalls 2,01) und Kamila Licwinko (1,99).

Autor: gg