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30. Juli 2012

Von Höhenflügen und Weitenjagden

Hervorragende Leistungen beim 24. Rheinfelder Nachtmeeting.

  1. Im Flopp-Stil über 2,04 Meter: Lokalmatador Stefan Cimander Foto: ROMAN DAUDRICH

  2. Zum Flug in den Nachthimmel setzten die Stabhochspringer beim 24. Rheinfelder Nachtmeeting an. Foto: Roman Daudrich

  3. Adam Berhe auf dem Weg zur Saisonbestleistung. Foto: Roman Daudrich

LEICHTATHLETIK. Es ist ein Wettkampf, wie ihn sich jeder Leichtathlet wünscht. Ein warmer, sonniger Abend, der sich dem Ende neigt. Die Sonne geht im Rücken der Sportler unter, und die Scheinwerfer des Rheinfelder Europastadions beginnen zu leuchten. Das 24. Nachtmeeting, am ersten Freitag der Sommerferien, bringt erneut viele atemberaubende sportliche Momente.

Für einen dieser Momente sorgt Stefan Cimander vom TV Rheinfelden. Als der Startschuss über die 800-Meter-Distanz ertönt, sind in der ersten Kurve alle Augen auf die Läufer gerichtet. Jedoch kaum jemand bemerkt war, dass der 20-jährige Hochspringer, direkt nach dem letzten Läufer, zu seinem Zwei-Meter-Sprung ansetzt und diese magische Hürde mit Leichtigkeit überspringt. "Ich habe nicht damit gerechnet, so lange bis der Wettkampf angefangen hat. Ab diesem Moment spürte ich, dass heute etwas geht", beschreibt Cimander. Es scheint genau dieses Gefühl gewesen zu sein, das ihn auch zu seiner neuen persönlichen Bestleistung über 2,02 Meter beflügelt.

Aber als sei es nicht genug, setzt der sympathische Höhenflieger noch einen drauf. Als alle Augen auf ihn gerichtet sind, überspringt er 2,04 Meter und setzt damit ein glänzendes Highlight in dieser Saison. Denn mit dieser Leistung hat er die Norm für die deutsche Juniorenmeisterschaft gepackt. Leider etwas spät, denn diese fanden schon am einen Tag später in Kandel statt. Doch anstatt traurig zu sein, freut sich Cimander schon auf die U-23-DM 2013, denn seine aufgestellte Leistung ist auch dann noch gültig.

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Aber nicht nur Höhe, sondern auch Schnelligkeit sorgte für Staunen auf der vollen Tribüne des Europastadions. So entscheidet Tatjana Steidle vom USC Freiburg bei den Frauen sowohl die 100 Meter in 12,29 Sekunden als auch die 200 Meter mit einer knappen Sekunde Vorsprung in 25,37 Sekunden für sich. Die Stadionrekordhalterin über 100 Meter schafft es nicht ganz, an ihre Vorjahresleistung anzuknüpfen, freut sich aber schon auf das 25. Nachtmeeting im nächsten Jahr. Dort möchte sie ihren eigenen Rekord wieder in Angriff nehmen.

Auch der 18-jährige Adam Berhe vom TuS Lörrach-Stetten orientiert sich ganz an seinem Sportkameraden Max Scheible, der dieses Jahr bei der U-20-WM in Barcelona an den Start ging. So wie Steidle, profitiert auch Berhe von dem perfekten Sprintwetter. Mit 50,56 Sekunden über die Stadionrunde stellt er eine neue persönliche Saisonbestleistung auf. "Das Ziel für die nächste Saison ist es, unter 50 Sekunden zu laufen", sagt der 400-Meter-Läufer zuversichtlich.

Doch als wären Höhe und Schnelligkeit nicht genug – es geht noch einmal weit hinaus! In der abschließenden Disziplin, dem Speerwurf, warf Nicola Müller vom TV Riehen seinen Speer hoch in den dunklen Rheinfelder Sommerhimmel. Mit 70,08 Metern, in seinem ersten Versuch knackte der Schweizer als Einziger die 70-Meter-Marke und gewinnt den Wettkampf souverän. Es ist ein wahrhaftig atemberaubender Blick, der sich allen Athleten und Zuschauern bietet. Als die Speere durch die Luft fliegen und die Scheinwerfer das Stadion beleuchten, verzeichnet das aufziehende Wetterleuchten den Abschluss eines ganz besonderen Wettkampftages.

Rund 170 Sportler gingen beim 24. Nachtmeeting an den Start. "Klar, haben uns die U-23-DM und der Start der Olympischen Spiele den einen oder anderen Sportler gekostet, aber wir hatten dieses Jahr schon 20 Voranmeldungen mehr, als Starter im vergangenen Jahr insgesamt", bilanzierte der Vorsitzende des TV Rheinfelden, Thomas Rist. Für das Jubiläum in einem Jahr ist er sicher, dass die Rheinfelder sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen werden.

Autor: Roman Daudrich