Leicht und locker ins Ziel

Karl-Hermann Murst

Von Karl-Hermann Murst

Di, 24. Juli 2018

Triathlon

Beim 23. Freiburg-Triathlon setzen sich die Sieger Thomas Bosch und Julia Sydow auf dem Rad entscheidend ab.

TRIATHLON. Viele Zuschauer und sommerliche Bedingungen sorgten für ein tolles Ambiente beim 23. Freiburg-Triathlon, der diesmal auch als baden-württembergische Meisterschaft gewertet wurde. Die aus Freiburg stammende Julia Sydow (Siegen) wiederholte am Freiburger Seepark ihren Vorjahressieg durch starke Rad- und Laufleistungen. Thomas Bosch aus Backnang war bei den Männern wie im Jahr 2016 nicht zu schlagen.

Bevor 250 Triathletinnen und Triathleten sowie 20 Staffelwimmer den Wettkampf über die Olympische Distanz von 1500 Metern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen aufnehmen konnten, musste kurz die DLRG einschreiten. Auf dem Flückigersee, dessen Wassertemperatur von 22,4 Grad Celsius wärmer war als die Luft (um die 20 Grad Celsius), hatte sich eine Boje selbstständig gemacht. Sie konnte noch rechtzeitig vor dem Startschuss befestigt werden.

Bei den Frauen stieg als Erste Laura John (ASV Konstanz) nach 20:10 Minuten vor Lisa Mikisch (TV Forst, 21:19) aus dem Wasser. Aufgrund der hohen Temperatur waren Neoprenanzüge verboten. Titelverteidigerin Sydow kam als sechstschnellste Frau (22:56) in die erste Wechselzone. Bei den Männern legte Ulrich Bauer (SV Ludwigsburg 08) die 1500 Meter im Wasser als Schnellster zurück (18:19). Auch hier stieg der Favorit Thomas Bosch (NSU Neckarsulm) als Sechster (20:03) aus dem See.

Auf dem Rad gab es für Julia Sydow kein Halten mehr. Mit der schnellsten Radzeit im Frauenfeld sammelte die gebürtige Freiburgerin bis Kilometer 20 eine Athletin nach der anderen ein und ging in Führung. Mit sicherem Vorsprung kam sie in die Wechselzone und schlüpfte schnell in ihre Laufschuhe. Mit der drittschnellsten Laufzeit (41:37) und der Gesamtzeit von 2:08:36 Stunden wiederholte Julia Sydow ihrem Vorjahressieg. Da sie in diesem Jahr keinen Startpass gelöst hatte, kam sie nicht in die Wertung für die baden-württembergische Meisterschaft.

"Ich bin in Freiburg geboren, in die Schule gegangen, habe hier Abitur gemacht und auch studiert. Es ist wunderschön, dass ich zum zweiten Mal den Triathlon bei dieser tollen Kulisse gewonnen habe", sprudelte es auch Sydow heraus. Aus beruflichen Gründen wohnt sie derzeit in Siegen.

Baden-Württembergische Meisterin wurde die Zweitplatzierte der Frauenwertung, Lisa Mikisch. Die Nordbadenerin verlor auf der Radstrecke 4:21 Minuten auf die Siegerin, machte auf der Laufstrecke aber 30 Sekunden gut. Dies reichte aber nicht mehr, um den Sieg von Sydow zu gefährden. Auf Platz drei (Zweite Ba-Wü-Wertung) folgte die schnellste Schwimmerin Laura John vor Silke Heidemann (Amicitia Viernheim), Kerstin Karus und Natascha Dorner (Tria Echterdingen, Dritte Ba-Wü).

Auch Thomas Bosch zeigte seine Stärke auf der Radstrecke. Nach gut der Hälfte der 40 Kilometer übernahm der Gymnasiallehrer aus Backnang die Spitze und schlüpfte mit deutlichen Vorsprung vor Lokalmatador Manuel Sohr (Tri-Team Kaiserstuhl) in die Laufschuhe. In den ersten zwei Laufrunden (jeweils 2,5 Kilometer) drückte er nochmals aufs Tempo, um sicherzugehen, dass er auf der zweiten Hälfte der Strecke kontrolliert den Sieg ins Ziel bringen konnte.

Seinen zweiten Platz verteidigte Manuel Sohr, der im Laufen nichts mehr gut machen konnte, vor Simon Ostertag (Post SV Tübingen), Alexander Zügel (Köndringen/SV Ludwigsburg 08), Ekart Kropat (Freiburg), Rolf Lautenbacher (Kraichgau Triathlon, Fünfter Ba-Wü), Ralf Leonhardt (TNB Malterdingen, Sechster Ba-Wü) und David Zipf (TNB Malterdingen, Achter Ba-Wü). Der Sieger will am nächsten Wochenende in Hamburg den Ironman bestreiten. "Darum ließ ich es hinten raus etwas lockerer angehen", erklärte Bosch.

Über die Jedermann-Distanz gewann bei den Männern mit Startpass Daniel Ianetta (TNB Malterdingen (1:00,26). Ohne Startpass triumphierte Leo Hauschild (Tri Team SSV Ettlingen, 1:01,31). Bei den Frauen war mit Startpass Heike Frahnert (Ute Mückel Triathlon Team, 1:20,51) am Schnellsten. Ohne Startpass setzte sich Laura Bechtloff (Freiburg, 1:02,48) durch. Den Staffelwettbewerb gewannen die drei Schaffriks (Hannes, Waldemar und Raffael) aus Waldkirch in 2:03,16 Stunden.