Nerven spielen bei Premiere einen Streich

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Di, 04. Oktober 2011

Turnen

Markgräfler Hochrhein Turngau unterliegt TV Herbolzheim in der zweiten Bundesliga mit 20:48.

GERÄTETURNEN. Auf ein Duell auf Augenhöhe und ein knappes Ergebnis hat Mannschaftsführer Denis Bär gehofft. Doch die Realität beim ersten Auftritt der Geräteturner des Markgräfler Hochrhein Turngaus (MHTG) in der zweiten Bundesliga sah anders aus. Die Gastgeber mühten sich zwar nach Kräften, gaben aber alle sechs Geräte ab (0:12) und mussten sich bei der Premiere im südbadischen Derby dem TV Herbolzheim deutlich mit 20:48 Scorerpunkten geschlagen geben.

Die Rekordkulisse von rund 170 Zuschauern in der Weiler Sporthalle Egerstraße zeigte sich allerdings ebenso wenig ernüchtert wie Denis Bär. "Bei den geturnten Wettkampfpunkten lagen wir mit 299,15:308,85 lediglich gut neun Zähler zurück." Allerdings weiß er nur zu gut, dass noch einige harte Trainingsarbeit auf ihn zukommt. "Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht, während die Herbolzheimer sehr stabil geturnt haben."

Tatsächlich wirkten die Einheimischen besonders zu Beginn überaus nervös. Sie konnten diese Nervosität nie ganz abstreifen. Sogar Markus Setz, sonst "eine sichere Schweizer Bank", sah Denis Bär "anfangs noch nie so bleich". Prompt stieg der Routinier am Seitpferd gleich zweimal vor dem Abgang vom Gerät – und kassierte 0:4-Scorerpunkte gegen den Franzosen Julien Weissgerber. "An den beiden anderen Geräten, Ringe und Barren, war Markus aber wieder tip top."

Auch Ingo Nageleisen stürzte bei seinem Comeback bei der Stützkehre am Barren und gab ebenfalls vier Zähler gegen den Freiburger David Speck ab, der vor zwei Jahren noch im Weiler Oberligateam turnte. Doch zeigte auch er danach am Reck sein wahres Können. "Uns fehlt noch die Wettkampferfahrung", waren sich Bär und Christian Auer einig. Letzterer zeigte mit Ausnahme eines verpatzten Kasamatsu am Sprungtisch ("Da lief es bei mir schon die ganze Woche nicht") eine starke Leistung und war bester Scorer der Gastgeber. Kein Wunder, dass der junge Weiler der seit März zweimal verletzt war, und noch einen Trainingsrückstand aufwies, sich zu Recht über "einen richtig guten Sechskampf" freute. Seine fünf sehenswerten Übungen wurden denn auch von den Zuschauern lautstark bejubelt.

Da auch Gergö Dengler und der junge Franzose Zakaria Tahraoui keine sauberen Sprünge hin bekamen und hier lediglich Sandro Dathe punktete, gab die MHTG-Riege auch dieses Gerät ab. "Wir waren hier eigentlich schlechter, haben aber gut gepokert", räumte Gästetrainer Ralf Mesel ein. Indes freute er sich über die starke Vorstellung seiner Riege. "Wir hatten nur bei zwei Übungen Patzer." Dafür sah er viele gute Darbietungen. "Jetzt haben wir zwei Siege, 24:0 Gerätepunkte und können nicht mehr absteigen, das war unser Saisonziel." Somit kann es sein Team, das personell "so gut bestückt ist wie seit Jahren nicht", nächste Woche beruhigt mit Erstliga-Absteiger und Topfavorit TV Wetzgau aufnehmen.

Indes glaubt Mesel, dass der MHTG genug Potenzial besitzt, um ebenfalls den Klassenerhalt zu schaffen. "Ulm und Allgäu sind schwächer, gegen die anderen Teams wird es schwer."