Wintersport

Silvesterlanglauf des WSV Titisee: Brugger und Maier siegen

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Fr, 02. Januar 2015

Skilanglauf

Kaltstart in den Langlaufwinter: Janosch Brugger und die Biathletin Christin Maier gewinnen im Feld der 223 Starter den Silvesterlanglauf des WSV Titisee.

SKILANGLAUF. Biathletin Christin Maier (SC Urach) und Janosch Brugger von der WSG Schluchsee glänzten beim Silvesterlanglauf des WSV Titisee mit den Tagesbestzeiten. 223 der 252 gemeldeten Teilnehmer von den Schülern bis zu den Senioren starteten am Mittwoch auf der Mooswaldloipe beim Strandbad auf Pulverschnee.

Die Sonne lachte den Langläufern zwar nicht beim für viele ersten Wettkampf in diesem verspäteten Winter. Dennoch freute sich Matthias Dangel-Erbacher über das "Wetterglück" beim Traditionsrennen. Der neue Vorsitzende des Wintersportvereins Titisee zeigte sich erleichtert, dass er seine "Feuertaufe" bei guter Schneelage auf heimischem Terrain und mit Unterstützung vieler Helfer hinter sich bringen konnte.

Die pulvrige Unterlage im Titiseer Mooswald war für alle Starterinnen und Starter gleich stumpf, die Voraussetzungen aber unterschiedlich. Der ein oder die andere stand zum ersten Mal in dieser Saison auf Langlaufski und sollte beim Aufgalopp gleich an die Leistungsgrenze gehen, manch andere nutzten den Silvesterlanglauf als besseres Training unter Wettkampfbedingungen.

Zu dieser Gruppe zählte Janosch Brugger. Der 17-jährige Lenzkircher wollte "im Trainingswettkampf so gut wie möglich durchkommen", nachdem er am Vorabend seine Skatingski selbst präpariert hatte. Vor Ort in Titisee habe er dann einen "Schock gekriegt", als er sah, dass auch Walter Kuß (SZ Brend) auf der Startliste stand, verriet Brugger schmunzelnd. Der frühere Deutsche Meister, Olympia-und WM-Starter, heute 49, ist seit dieser Saison einer der Langlauftrainer am Ski-Internat Furtwangen (SKIF), wo auch Brugger trainiert. Mit dem Trainer im selben Rennen müsse man sich schon noch etwas mehr anstrengen, bekannte der Jüngste aus dem Juniorenkader des Deutschen Skiverbands (DSV). Janosch Brugger verstand den unerwarteten "Druck" als Motivationsschub zu nutzen und in Leistung umzusetzen: Nach drei Runden und 9,9 Kilometern hatte er mit seiner Zeit von 26:03,3 Minuten nicht nur Walter Kuß (28:32,6), sondern alle männlichen Konkurrenten hinter sich gelassen.

Am nächsten kamen dem Klassensieger der Jugend 17 die sechs Jahre älteren Biathleten Tobias Hermann (SC Gütenbach/26:09,1) und Alexander Kiefer (SC Schönau-Belchen (26:35,2) als Erster und Zweiter der Hauptklasse der Männer sowie Tobias Weyer (SC Heubach-Bartholomä/26:48,9) und Bruggers WSG-Kollege Adrian Schuler (26:53,2) als Erster und Zweiter der Junioren. Walter Kuß, Silvesterlanglauf-Sieger früherer Jahre, schaffte nach diversen Ski- und Wachstests in den Tagen zuvor auf "Topski" immerhin die zehnbeste Zeit der 65 Läufer über 9,9 Kilometer. Bei den Läuferinnen, die auf zwei Runden 5,3 Kilometer zu absolvieren hatten, machten die Skijägerinnen den Sieg unter sich aus – ohne Gewehr. Die 30 Sekunden später gestartete Juniorin Christin Maier lag im Ziel nach 14:35,1 Minuten 3,9 Sekunden vor Frauen-Siegerin Annika Knoll (SV Friedenweiler-Rudenberg), deren Wettkampfski schon unterwegs nach Polen zum nächsten IBU-Cup waren. Nach dem "schönen emotionalen Erlebnis" Biathlon auf Schalke mit Gänsehaut-Atmosphäre vor gänzlich ungewohnter Zuschauerkulisse schon bei den Juniorenrennen und Tuchfühlung mit Weltklasseathleten in der Umkleidekabine hatte die 18-jährige Uracherin schon wieder Grund zum Strahlen. Unter 15 Minuten blieb von den 36 Läuferinnen über diese Distanz nur noch W 41-Siegerin Beatrix Beckert vom WSC Breisgau-Staufen in 14:43,6 Minuten.

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer starteten in den Schülerklassen. Die Jahrgänge S 8 bis S 11 liefen zwei Kilometer in der klassischen Technik. Schnellste waren erwartungsgemäß die S 11-Sieger: Marlene Bach (SZ Breitnau/6:40,9) und Jannis Schiedt (WSG Feldberg/6:09,2). Über 3,3 Kilometer Skating setzten sich in der S 12 Emily Weiß (SV Kirchzarten/12:08,2) und Timo Heizmann (SC Langenordnach/12:22,1) und bei den Schülern 13 Amelie Wehrle (SC Hinterzarten/12:34,7) und Elias Asal (SC Wieden/11:33,1) durch. Das Siegertreppchen der männlichen S 15 teilte sich nach 5,3 Kilometern ein Trio des SC Hinterzarten: Björn Hensler (14:09,3) wurde flankiert von Zwillingsbruder Daniel (14:28,3) und Felix Kapp (14:34,3). Beste der weiblichen S 15 über die selbe Distanz war Lara Ketterer (WSV Titisee/ 15:55,4).

Johanna Knöpfle (SC Langenordnach/ 15:29,3) sorgte bei der weiblichen Jugend 16 dafür, dass ein weiterer Titel im Hochschwarzwald blieb. Ihr Vereinskamerad, Mountainbike-Profi Simon Stiebjahn freute sich, dass er nach seiner Rückkehr aus Südafrika und vor einem Kurzurlaub in Oslo wieder einmal an dieser "Spaßveranstaltung" teilnehmen konnte. 4:16 Minuten hinter Klassensieger Hermann behauptete sich der Deutsche Meister im MTB-Sprint in der ersten Hälfte des Männerfelds.

Die meisten Klassensiege, nämlich vier, schaffte die WSG Feldberg vor dem SC Langenordnach (3). Ausrichter WSV Titisee kam wie Nachbar SC Hinterzarten und drei weitere Vereine zu zwei Spitzenplätzen.