Transferverhandlungen

Saier und Hartenbach basteln am Kader für die kommende Saison

René Kübler

Von René Kübler

Mi, 16. Mai 2018 um 20:00 Uhr

SC Freiburg

Für Klemens Hartenbach und Jochen Saier beginnen anstrengende Wochen. Die beiden Sportchefs des SC Freiburg wollen den Kader so verstärken, dass er in der Ersten Bundesliga konkurrenzfähig ist.

Die Saison ist vorüber, die Klasse gesichert, Nils Petersen im vorläufigen WM-Kader und der Rest vom SC Freiburg in Urlaub. Wobei Letzteres natürlich nicht ganz zutreffend ist. Für Sportvorstand Jochen Saier und Sportdirektor Klemens Hartenbach bleibt zunächst keine Zeit, durchzuschnaufen. Nachdem in den vergangenen beiden Transferperioden viele Wunschverpflichtungen auf der Zielgeraden scheiterten, andere erst sehr spät zustande kamen, wollen die SC-Kaderplaner diesmal nach Möglichkeit früher Gewissheit haben in Sachen Personal für die kommende Saison. Dementsprechend intensiv laufen die Gespräche im Hintergrund.

Klar ist, dass der Kader insgesamt kleiner werden soll als bislang. Entsprechend lang ist bereits jetzt die Liste jener Spieler, die den Verein verlassen werden: Karim Guédé, Gaetan Bussmann, Georg Niedermeier, Patric Klandt, Marc Oliver Kempf und Barstosz Kapustka. Julian Schuster hat seine Profikarriere beendet, wird dem Sportclub aber in anderer Form erhalten bleiben. Wie die künftige Zusammenarbeit aussehen soll, wollen beide Seiten zeitnah verkünden.

"Wichtig ist schon auch, sich mit den richtigen Spielern zu beschäftigen."

Jochen Saier
Keine Zukunft in Freiburg dürfte auch Aleksandar Ignjovski haben, der in der Rückrunde der abgelaufenen Saison bereits keine Rolle mehr gespielt hat. Auch die Zukunft von Ersatztorhüter Rafal Gikiewicz dürfte woanders liegen. Das neue Torhütertrio sollen neben Alexander Schwolow der vom MSV Duisburg verpflichtete Mark Flekken sowie Constantin Frommann aus der Freiburger Fußballschule bilden.

Als Wechselkandidat gilt zudem Caglar Söyüncü. In den vergangenen Monaten saßen stets Scouts potenzieller Interessenten – viele davon aus England – während Bundesligapartien auf der Tribüne des Schwarzwaldstadions, um den jungen Türken zu beobachten. Zuletzt machte die Runde, Arsenal London habe Interesse an Söyüncü. Klar scheint, dass der talentierte Innenverteidiger in den Fokus einiger Premier-League-Klubs gerückt ist. Die mögliche Ablösesumme sollte im Falle eines Transfers deutlich über 20 Millionen Euro liegen. Aktuell ist aber noch nicht entschieden, dass Söyüncü Freiburg tatsächlich verlassen wird.

Transfereinnahmen für Offensivverstärkungen

Andererseits könnten Einnahmen in dieser Größenordnung helfen, andere Pläne umzusetzen. Sollte neben Kempf auch Söyüncü wechseln, müsste ein zusätzlicher Innenverteidiger mit Format dazugeholt werden, auch wenn davon auszugehen ist, dass neben Manuel Gulde und Robin Koch auch Philipp Lienhart dem Sportclub erhalten bleiben wird. Verstärkt werden soll vor allem aber ein anderer Mannschaftsteil. "Wir wissen, dass wir im offensiven Bereich auf der Seite etwas machen müssen, das uns Torgefahr bringt", sagt Jochen Saier.



Davon, dass die Langzeitverletzten Florian Niederlechner und Yoric Ravet einsatzfähig zurückzukehren, gehen die Verantwortlichen zwar aus. Doch allein auf diese internen Neuzugänge wollen und können sie sich nicht verlassen. Die schmerzhaften Erfahrungen während der vergangenen Runde haben verdeutlicht, dass mehr Qualität in der Breite nötig ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gefragt sein dürften Offensivakteure, die Tempo, Technik und Kreativität vereinen. Eine Kombination, die nicht so einfach zu finden und schon gar nicht preiswert ist.



Vor der vergangenen Saison waren die Bemühungen um Spieler wie Michael Gregoritsch, Mathew Leckie und Luca Waldschmidt erfolglos geblieben. Im Winter scheiterte eine Rückholaktion (Admir Mehmedi) daran, dass der VfL Wolfsburg mal eben einen zweistelligen Millionenbetrag aufrief, um den Schweizer aus Leverkusen in die VW-Stadt zu lotsen. Wobei es, wie Saier klarstellt, nicht immer nur ums Geld geht, wenn Transfers scheitern. Bisweilen verflüchtigt sich während der Verhandlungen auch die Überzeugung. Für Qualität um jeden Preis ist der SC Freiburg nicht zu haben – nicht nur in finanzieller Hinsicht. "Wichtig ist schon auch, sich mit den richtigen Spielern zu beschäftigen", stellt Saier klar. An der Zielsetzung ändert das nichts. "Wir müssen es schaffen, zwei, drei Jungs mit richtig Qualität dazuzuholen", betonte Saier kürzlich in einem SWR-Interview.
Termine

Am 2. Juli ist Trainingsauftakt der SC-Profis im Schwarzwaldstadion, bis zum 19. Juli folgen fünf Testspiele. Vom 20. bis zum 28. Juli findet das Trainingslager in Schruns statt, zwischen dem 24. und dem 26. August beginnt die Hinrunde der Bundesliga-Saison.