Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

20. Februar 2014

E-Werk

Sprechtheater "Laut & Lyrik": Nährende Gedichte

Freiburg: Sprechtheater "Laut & Lyrik" mit neuem Programm.

  1. Wort und Musik Foto: Pro

Die Liebe zur Sprache ist ihnen gemein: den zwölf Akteuren von "Laut & Lyrik" und ihrem Regisseur Wilfried Vogel. Seit 15 Jahren übt jedes Jahr eine Gruppe Studierender, unter der Leitung des Logopäden, Musikers und Dozenten für Sprecherziehung und Rhythmik an der Universität Freiburg, eine Menge Gedichte ein, um sie einem großen Publikum vorzutragen. So einfach, wie das klingt, ist es nicht, denn der Ehrgeiz, die kleine Form "so gegenwärtig, so lebendig" wie möglich zu gestalten, ist groß, sagt Vogel.

Das neue Programm widmet sich gleich drei wichtigen Epochen in der deutschen Literaturgeschichte: Sturm und Drang, Klassik und Romantik. "Die historische Distanz ist eine große Herausforderung", sagt Vogel, der stets das Ziel verfolgt, dass das Aufsagen der Gedichte ein verständlicher Gewinn für ein breites Publikum ist. Jeder dieser Vorträge wird daher choreografiert und häufig mit Musik untermalt: Die Instrumente der Wahl sind etwa Klarinette, Kontrabass und Schlagzeug. Mal sprechen Einzelne, dann die ganze Gruppe, mal nur die jungen Männer oder nur die jungen Frauen die Balladen, Satiren, Sonette, Liebes- oder Volkslieder. Goethes "Prometheus" wird so im Männerchor zu einem lässigen Reggae-Rhythmus, Schillers Ballade vom "Handschuh" mutiert zu einem Ereignis, das an eine Fußballspielkommentierung erinnert.

Werbung


Obwohl Vogel nun schon so lange diese besondere Form des Sprechtheaters inszeniert, ist es für ihn jedes Mal ein tolles Erlebnis. "Gedichte haben nährenden Charakter", ist er überzeugt und freut sich, dass in der "großen Familie" seiner jungen Darstellerinnen und Darsteller die Begeisterung ebenso vorhanden ist. Aus 30 bis 50 Bewerbern wählt Vogel die zwölf bis 14 Studierenden aus – die nicht mehr ausnahmslos Germanistik studieren. Etwa die Hälfte der Gruppe erneuert sich von Jahr zu Jahr, der Rest sind alte Hasen, was auch zum hohen Niveau des Vortrags beiträgt.
– Die Aufführungen: 22., 23., 24. und 25. Februar sowie 6. und 7. März, jeweils um 20 Uhr, Großer Saal im E-Werk, Freiburg.

Autor: Heidi Ossenberg