Die Saison der Klosterkonzerte startet mit einem Höhepunkt

Margrit Matyscak

Von Margrit Matyscak

Di, 31. Januar 2017

St. Blasien

Akademieorchester der Bayerischen Philharmonie unter Leitung von Mark Mast /"Mozart Plus" eröffnet bereits seit elf Jahren die Klosterkonzerte St. Blasien.

ST. BLASIEN. Traditionsgemäß eröffneten die Klosterkonzerte mit dem Akademieorchester der Bayerischen Philharmonie München unter Leitung von Mark Mast. 19 junge Musiker aus 12 Nationen interpretieren ein Programm, das sich Mozart Plus nennt. Das Plus waren diesmal der Finne Jean Sibelius, dessen 60. Todestag in diesem Jahr gefeiert wird. Außerdem noch George Bizet. Als Solistin trat die Schweizer Geigerin Elea Nick auf.

Um es vorweg zu nehmen: Die Siebzehnjährige spielte so virtuos, dass dem Publikum Standing Ovations, rhythmisches Klatschen und Trampeln als Beifallsbekundung einfiel.

Nach Eingangsworten von Mark Mast, der sich unter anderem bei Bürgermeister Fritz für die Unterstützung bedankte, blickte Mast auf die Tradition im Klostersaal zurück. Vor 15 Jahren war er zum ersten Mal dort, damals noch mit dem Württembergischen Orchester. Seit elf Jahren wird Mozart Plus gespielt.

Mozarts Symphonie in D-Dur, KV 196, die er mit 19 Jahren schrieb, eröffnete das Programm. Das Orchester konnte in den drei Sätzen Allegro molto, Andantino grazioso und Allegro seinen homogenen Klang vorstellen: Leicht, beschwingt, volltönig. Besonders schön waren die Dialoge der ersten Violinen mit dem Tutti.

Die Romanze in C-Dur, op. 42 erklang im typisch skandinavischen Stil zwischen Schwermut und Besinnlichkeit. Sibelius schrieb das Stück 1904. Mark Mast wählte ein gemäßigtes Tempo, das dem Werk gut stand. Die Carmen Phantasie für Violine und Orchester, 1946 bearbeitet von Franz Waxmann nach George Bizet, sollte das erste Virtuosen Stück für die Solistin werden. Elea Nick band sich hervorragend ins Orchester ein. Mit den Cellisten und der Kontrabassistin verband sie ein wiederholtes Lächeln. Temperamentvoll und atemberaubend schnell glitt sie durch die Arpeggien, Sprünge, Läufe und Melodien und riss damit das Publikum von den Stühlen. Es folgten nochmals Jean Sibelius und Wolfgang Amadeus Mozart. Das Andante Festivo für Streichquartett von Sibelius in der Fassung für Streichorchester ist in seiner Stimmung etwas Beschwingter. Diesen Schwung verknüpfte das Orchester mit der typischen Schwermut und Besinnlichkeit. Sibelius hätte seine Freude daran gehabt.

Mozarts Violinkonzert in B-Dur, KV 216, wurde 1775 uraufgeführt. Ebenso wie das Auftaktstück also eine Komposition des 19-Jährigen. Im ersten Satz, Allegro, gestaltete Elea Nick ihre Kadenz mit Läufen, Sprüngen und Doppelgriffen. Im zweiten Satz, Adagio, bevorzugte sie Arpeggien und Melodien und im dritten Satz, Rondeau, Melodien. Rhythmisches Klatschen drückte die Begeisterung des Publikums aus. Ohne Zugabe wollte keiner die Musiker verabschieden. Elea Nick spielte zunächst einen Soloczardas, den ihr Vater komponiert hat. Da er sich unter den Zuhörern befand, konnte er den begeisterten Applaus ebenfalls entgegennehmen. Das Vorspiel zu Bizets Carmen als Zugabe des gesamten Ensembles erntete Standing Ovations nun auch für das gesamte Orchester. Die Saison der Klosterkonzerte startete mit einem Höhepunkt.