Ein Dudelsack und mehrere Mordopfer

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Di, 08. Januar 2013

St. Blasien

Bei einer Lesung im "Klosterhof" in St. Blasien werden die Geschichten des Krimiautors Ralf H. Dorweiler lebendig.

ST. BLASIEN. Rainer Maria Schlaicher, von Beruf Testdieb, ein bisschen tollpatschig, kann nicht nein sagen und tritt des Öfteren ins Fettnäpfchen – so beschreibt Ralf H. Dorweiler den Helden seiner inzwischen sechs Kriminalromane. Am Samstag las der Autor im Klosterhof aus seinen Büchern, für die Zuhörer wurde es ein vergnüglicher Nachmittag.

"Sehr originell" und "ein köstliches Vergnügen" waren nur einige der Äußerungen von Zuhörern, die nach dem Ende der Lesung laut wurden. Dorweiler, in Steinen bei Lörrach lebender Redakteur der Badischen Zeitung, stellte mehrere seiner Werke vor, unter anderem sein jüngstes Werk "Zum Kuckuck". Die Zuhörer wurden Zeugen des Gesprächs zwischen Bäckermeister Amrein und seinem nächtlichen Besucher, das mit dem Tod des Bäckers endete.

Lebhaft und seine Lesung mit Gestik und Mimik unterstützend trug der Autor den Dialog vor. Und die Anwesenden waren beim Blind Date Schlaichers mit Sabine dabei, dass der Held der Romane komplett vermasselte. Die Rolle der Sabine übertrug Dorweiler kurzerhand der Dame des Hauses Katharina Lausterer, die nicht nur las, sondern auch engagiert mitspielte. Dass die Beschreibung der Sabine dann zumindest teilweise auf Katharina Lausterer zutraf, war das Tüpfelchen auf dem "i".

In dem Roman "Sauschwobe" unternehmen die blinde Hilde und der taube Alfons einen Ausflug, in dessen Verlauf Alfons seiner Begleiterin auf dem Dudelsack vorspielt. Und auch die Zuhörer kamen in den Genuss von Dudelsackmusik, denn Dorweiler beherrscht dieses Instrument, wie er bewies. Seinen Vortrag ergänzte der Autor immer wieder mit Anekdoten aus früheren Lesungen, die einen Lacherfolg nach dem anderen hervorriefen.

Neben seinen Krimis präsentierte Dorweiler auch das Werk "111 Orte im Schwarzwald, die man gesehen haben muss", das er gemeinsam mit seiner Ehefrau verfasst hatte. In Wort und Bild werden Orte vorgestellt, die in einem Reiseführer nicht an erster Stelle stehen, wie es Dorweiler formulierte.

Schade nur, dass Dorweilers Basset Dr. Watson, der laut Aussage seines Herrchens eine Figur wie eine aus dem vierten Stockwerk gefallene Dogge hat, nicht mit von der Partie war. Watson ist nämlich die einzige reale Figur der Romane, die übrigen Akteure sind der Fantasie des Autors entsprungen. Real sind dagegen die Orte des Geschehens, mit deren Beschreibung es Ralf Dorweiler sehr genau nimmt. Denn etwaige Fehler nähmen die Leser genauso übel wie Fehler der in den alemannischen Passagen, so der Krimiautor.

Für alle Leser der Dorweilerschen Krimis gibt es eine gute Nachricht: Der nächste Roman soll im Herbst erscheinen. Rund drei Monate wird der Autor brauchen, um den neuen Fall des Rainer Maria Schlaicher zu Papier zu bringen. Der wird dann wohl auch nicht der letzte Fall gewesen sein, denn Ideen hat er für noch weitere 30 bis 40 Bücher, wie er sagte.