Eine bemerkenswerte Violinistin

Margrit Matyscak

Von Margrit Matyscak

Mo, 03. Juli 2017

St. Blasien

Die 14-Jährige Geigerin Elizabeth Aoki begeisterte beim Klosterkonzert in St. Blasien.

ST.BLASIEN. Als "bemerkenswert schön" bezeichneten Zuhörer des Klosterkonzerts die Spielweise von Elizabeth Aoki. Die 14-jährige Geigerin interpretierte Werke von Bach, Paganini, Mozart, Tschaikowski, Gershwin und Hubay. Ihre Virtuosität stand außer Frage. Mit kraftvollem oder sanftem Strich variierte sie die Ausdruckskraft.

Bei der Partita Nr. 2 d-moll von Johann Sebastian Bach tanzten die Allemande und Courante in fließendem legato. Das Solostück als Auftakt stimmte hervorragend in einen Klangabend ein, der keine Wünsche offenließ. Das Caprice Nr. 13 von Nikola Paganini ist ebenfalls ein Virtuosen-Stück. Elizabeth Aoki ließ es teilweise kichern. Als Ersatz für den erkrankten Pianisten Andrey Vinichenko konnte Jennifer Yu Han Wen gewonnen werden. Die Pianistin spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Klavier. Sie kommt aus Taiwan und ist freiberuflich tätig.

In Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate Nr. 1 KV 301 G-Dur ergänzten sich die beiden Musikerinnen hervorragen. Sie duettierten oder standen einander Rede und Antwort. Die beiden Sätze Allegro con Spirito und Allegro rissen die Zuhörer zu Begeisterungsrufen hin. Aokis Intervallsprünge und rasche Läufe waren meisterhaft gestaltet. Die Studentin an der berühmten Julliard Music School in New York spielte mit einer Reife, die weit über ihrem Alter anzusiedeln ist. Kein Wunder, dass sie beim ersten Internationalen Musiktektur Festival 2016 in St. Blasien einen ersten Preis erhalten hatte.

Peter Tschaikowskis Melodie schmeichelte den Ohren. Gershwins Drei Préludes für Violine und Klavier forderten auch die Pianistin Han-Wen besonders heraus. Sie passte ihre Anschläge der Violine so gut an, dass eine vollkommene Einheit entstand. Bei Hubays Carmen-Fantasie malten die Themen Bilder. Welches Stück des Programms der Höhepunkt war, lässt sich nicht sagen. Die Zuhörer erklaschten sich zwei Zugaben. Ein bemerkenswert schöner Musikabend fand allzu früh ein Ende.