Hohe Homogenität und Flexibilität des Klangbildes

Margrit Matyscak

Von Margrit Matyscak

Mo, 20. November 2017

St. Blasien

Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim tritt unter Leitung von Georg Mais im Festsaal des Kollegs auf.

ST. BLASIEN. Wenn Georg Mais mit einem Orchester in den Festsaal des Kollegs kommt, dann sind ein anspruchsvolles Programm und ausgereifte Klangbilder angesagt. Beim letzten Klosterkonzert des Jahres trat er mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim auf. Als Solisten hatte er den Trompeter Sebastian Berner mitgebracht.

Das Kammerorchester ist in der Basis mit vierzehn Musikerinnen und Musikern aus sieben Nationen besetzt und es zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Homogenität und Flexibilität des Klangbildes aus. Es wurde 1950 vom Hindemith-Schüler Friedrich Tilegand gegründet und spielt auf allen namhaften Bühnen der Welt.

Georg Mais wurde 1958 in Überlingen am Bodensee geboren. Er studierte Violine, Viola und Dirigieren an den Musikhochschulen Trossingen, Freiburg und Stuttgart. Als Gastdirigent steht er namhaften Orchestern vor und ist künstlerischer Leiter des alle zwei Jahre stattfindenden Bodensee-Musikwettbewerbs.

Sebastian Berner wurde 1994 geboren, häufig wurde er erster Preisträger bei Jugend musiziert. 2015 gewann er den Felix Mendelssohn Bartholdy-Hochschulwettbewerb Berlin.

Auf dem Programm standen Carl Philipp Emanuel Bachs Sinfonie A-Dur Wtq 182/4 für Streichorchester und B.c.. Außerdem Georg Philip Telemanns Konzert D-Dur für Trompete, Streicher und B.c. TWV 51/D7. Ferner Alessandro Marcellos Konzert für Oboe oder Trompete, Streicher und B.c. d-Moll. Zum Schluss dann die Sinfonie Nr. 12 g-Moll für Streicher von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Der erste Satz der Bach-Sinfonie wird vom starken Dialog zwischen Violinen und Celli geprägt. Den zweiten Satz beherrscht ein starker Kontrast zwischen den einzelnen Registern. Der dritte Satz fasst die ersten beiden Sätze zusammen. Die ersten Geigen brillierten mit sauberen Klängen und hohem Tempo. Ihnen standen die Celli und der Bass im Antworten nicht nach. Ein Bravurstück, das ins hohe Niveau des Abends einführte.

Berner hatte die hohe Bachtrompete für seine Darbietung ausgewählt. Das weiche Adagio schmeichelte dem gesamten Stück, das rasche Allegro rückte Berners Virtuosität in den Mittelpunkt. Die Grave und das folgende Allegro unterstrichen das faszinierende Klangbild. Marcellos Konzert forderte vom Solisten Höchstleistung. Bravorufe am Ende sorgten für eine Wiederholung des letzten Satzes, Presto. Die präzisen Angaben von Georg Mais stützten das gesamte Orchester.

Die Sinfonie Nr. 12 g-Moll von Mendelssohn Bartholdy lädt zum Träumen ein. Die drei Sätze Fuga, Grave-Allegro, Andante und Allegro molto greifen bemerkenswert ineinander. Hier lief das Kammerorchester Pforzheim zu Höchstleistung auf. Als Zugabe kam der Meister zu Wort, vom dem Mais behauptete, dass er den gesamten Abend im Hintergrund beherrscht habe: Johann Sebastian Bachs "Nun kommt der Heiden Heiland".

Das letzte Konzert der diesjährigen Abonnentenkonzerte war ein Höhepunkt der Reihe.