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17. Dezember 2011

Jetzt müssen die Saublodere noch trocknen

Einige Wochen vor Fasnachtsbeginn bastelt die St. Blasier Narrenzunft Gaudi-Hans schlagkräftige Utensilien.

  1. Uwe Nägele beim Zuknoten: Die Fasnachtsvorbereitungen haben begonnen. Foto: privat

ST. BLASIEN (BZ). Immer vier bis sechs Wochen vor den ersten Fasnachtsterminen trifft sich die St. Blasier Narrenzunft Gaudi-Hans zum Saublodere machen. Vergangene Woche war es wieder so weit. Schon seit der Gründung des Vereins gehören die Saublodere zum Erscheinungsbild des Gaudi-Hans.

Die Saubloder (auf Hochdeutsch: Schweinsblase) ist ein narrentypisches Schlaginstrument und wird in St. Blasien in den meisten Fällen an einem Stock befestigt, um damit nach Zuschauern, "hauptsächlich nach jungen Mädchen und Frauen" schlagen zu können, wie die Narren berichten. In der Domstadt werden etwa 200 Saublodere benötigt. Die Anzahl hängt vor allem davon ab, an wie vielen Umzügen die Zunft teilnimmt, schließlich überlebt nicht jede Saubloder jeden Umzug – eher im Gegenteil.

Dieses Schlaginstrument herzustellen ist nicht gerade appetitlich. Der Gaudi-Hans erhält die Blodere in rohem Zustand. Um sie in Form zu bringen, müssen
die Mitglieder die Schweinsblase ausdrücken, anschließend übriges Fett, Knorpel
und die Harnröhre abschneiden. Das sei wichtig, damit nach dem Trocknen keine

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harten Teile an den Saublodere hängen. Diese könnten nämlich wehtun, wenn man damit geschlagen wird.

Nach diesem Arbeitsschritt wird die Saubloder aufgeblasen. Früher geschah dies mit dem Mund oder mit einem Blasrohr, heute machen die Narren das hauptsächlich mit einem Luftkompressor. Allerdings gäbe es auch immer noch Zünfte, etwa in Elzach, die ihre Blodere mit dem Mund aufblasen, berichtet der stellvertretende Zunftmeister Patrick Mutter. Damit die Luft nicht entweichen kann, muss die Saubloder nach dem Aufblasen zugeknotet werden. Anschließend werden die Saublodere für etwa vier Wochen aufgehängt, damit sie trocknen können und für Fasnacht einsatzbereit sind.

Weil vergangene Woche zu wenig Rohmaterial geliefert wurde, müssen sich die
St. Blasier Narren in den nächsten Tagen
noch einmal treffen – und statt Adventskerzen aus- die Saublodere aufblasen.

Autor: bz