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02. Dezember 2008
Konzertprogramm auf hohem Niveau
Studenten von Professor Marx von der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg spielten
MENZENSCHWAND. Beim traditionellen Konzert am ersten Adventssonntag in der Pfarrkirche St. Martin in Menzenschwand musizierten auch wieder Studenten von Professor Bernhard Marx an der Hochschule für Kirchenmusik Rottenburg. Sie boten ein vorwiegend barockes Konzertprogramm auf hohem Niveau.
In den Improvisationsteilen zweier Bach-Choräle, bei denen die Zuhörer zum Mitsingen eingeladen waren, zeigte sich auch, dass Improvisationskunst in der Ausbildung einen hohen Stellenwert hat. Die Eingänge und Zwischenspiele zu den Chorälen "Lob sei dem allmächtigen Gott" BWV 602 (gespielt von Johannes Lienhard) und "Komm du Heiland aller Welt" BWV 564 (gespielt von Mathias Rehfeldt) funkelten nur so von interessanten musikalischen Ideen. Man hörte wirkungsstarke Orchestrierungen und fantasievolle Rhythmik. Diese geschmackvollen Improvisationen, in denen zeitgenössische Stilmittel nicht fehlten, bekamen den barocken Chorälen bestens und schrieben auf stimmige Weise die religiöse Tiefendimension der Bach-Choräle fort.
Dass die fehlende Raumtiefe der Menzenschwander Pfarrkirche, in der es keinen Hall gibt, üppige romantische Interpretationen nicht verhindert, zeigte eine Komposition von Louis Vierne (1870-1937), zu der sich dieser vom Geläut des Glockenturms der Schlosskapelle von Longpont (Aisne) inspirieren ließ. Beschwingt, voluminös und mit viel rhythmischem Gespür brachte Mathias Rehfeldt diese imaginären Glocken an der Fischer-Krämer-Orgel zum Klingen: ein musikalisches Bild der Fülle und der Heiterkeit.
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Ein Charakteristikum des "trockenen" Raumklangs ist es, dass musikalische Strukturen deutlich hörbar werden, weshalb dort polyphone Kompositionen, bei denen die einzelnen Stimmen absolute Eigenständigkeit erhalten, auf besondere Weise zur Geltung kommen. Sicheres und sauberes Spiel machten sowohl Dietrich Buxtehudes Toccata F-Dur BuxWV 157 (Interpret: David Bosch) als auch J. S. Bachs Toccata, Adagio, Fuge C-Dur BWV 564 (Interpret: Helmut Mischler) zum Genuss. Bernhard Marx selbst spielte eine reizvoll orchestrierte Interpretation des Bach-Chorals "Wachet auf, ruft uns die Stimme" BWV 645, der unter seinen Händen außergewöhnlich frisch und leicht erklang.
Autor: Susanne Filz
