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27. Januar 2009

Menschen in Gaza brauchen moralische und aktive Unterstützung

SPD-Ortsverein St. Blasien hatte zu einem politischen Abend mit einem Vortrag zu dem Thema "Das Massaker von Gaza" eingeladen / Gute Resonanz.

ST. BLASIEN. Der SPD-Ortsverein St. Blasien hatte zu einem politischen Abend mit einen Vortrag zu dem Thema "Das Massaker von Gaza", der von Eveline Hecht-Galinski gehalten wurde, eingeladen. In ihrer Begrüßung freute sich Elisabeth Kaiser vom SPD-Ortsverein, dass trotz der Unwetterwarnung so viele Interessenten gekommen waren, der Eberle-Saal war fast voll besetzt. Begrüßen konnte sie Eveline Hecht-Galinski, Gabi Weber und Johannes Kaul. Spontan hätten sich diese bereiterklärt, über das Thema zu reden, als die Idee vor einer Woche geboren wurde. Unter den vielen interessierten Besuchern konnte sie auch den SPD-Landtagsabgeordneten Gustav-Adolf Haas begrüßen. Die Bürger in Deutschland können sich trotz Wirtschaftskrise über eine komfortable Situation freuen, sie haben Frieden, haben ein Dach über dem Kopf. Dennoch hätten alle die Verpflichtung ihre Stimme zu erheben, gegenüber diejenigen, die dies nicht tun können. Sie meinte damit den Nahost-Konflikt, bei dem die ganze Welt wieder zuschaut und niemand etwas unternimmt. Eveline Hecht-Galinski, die Tochter des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden, Heinz Galinski, ging darauf ein, dass das Massaker im Gazastreifen für sie ein besonderes Anliegen sei. Die Menschen dort lebten unter Druck, der von Israel ausgehe. Zu dem kürzlich geführten Krieg behauptet die Regierung von Israel, dass sie in Selbstverteidigung handelten. Es war nicht die Hamas, die die Waffenruhe gebrochen hat, sondern es war die israelische Armee, die sie brach. Der Krieg begann zum Zeitpunkt der US-Präsidentenwahl. Nach dem Rückzug drohte der israelische Außenminister mit weiteren Angriffen. Der Krieg brachte eine unvorstellbare Katastrophe für die Menschen im Gazastreifen. Ursache dafür ist eine vollständige Blockade. Berichtet wurde von 1330 ermordeten Palästinensern, über 5000 Menschen wurden verletzt. Auf israelischer Seite wurde der Tod von Soldaten beklagt. Die Waffenruhe sei zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

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Hecht-Galinski forderte, die Menschen in Gaza brauchen moralische und aktive Unterstützung, um wieder ihre Freiheit erlangen zu können. Derzeit gilt eine "brüchige" Waffenruhe. Über 4000 private Wohnhäuser wurden bei dem dreiwöchigen Krieg zerstört, auch zahlreiche große Wasser- und Abwasserwerke sowie Krankenhäuser. Jetzt fordern Hilfsorganisationen und unabhängige Untersuchung hinsichtlich der israelischen Kriegsverbrechen.

Die Menschen im Gazastreifen seien ohne Perspektive, so Hecht-Galinski, sie säßen in einer Falle. Auch könne sich Deutschland nicht hinter Israel verstecken. 11 000 Menschen aus dem Gazastreifen sitzen in israelischen Gefängnissen. Sie wurden eingesperrt ohne Anklage und ordentliche Gerichtsverhandlung. Hecht-Galinski fordert, Druck und Sanktionen sollten Israel auferlegt werden in Zusammenhang mit politischen Kampagnen. Damit sollte aufgezeigt werden, dass auch Israel internationale Gesetze einzuhalten habe, damit sich die Palästinenser wieder frei bewegen können. Bei dem kürzlich stattgefundenen Krieg wurden von Israel Tunnel zerstört. Durch diese Tunnel erfolgte bisher die Versorgung der Menschen im Gazastreifen. Derzeit komme kein Wasser, keine Lebensmittel oder Baustoffe zu den Menschen im Gazastreifen, die aber für das Überleben und den Wiederaufbau dringend benötigt werden. Deshalb forderte Hecht-Galinski, dass die Grenzen wieder geöffnet werden, damit wieder Transporte, die für die Versorgung der Menschen im Gazastreifen unbedingt notwendig sind, ins Land gelangen. Sie forderte ein politisches Umdenken auch in Deutschland. Ihr geht es um Recht und Unrecht, und deshalb forderte sie Frieden in diesem Gebiet.

Die anschließende Diskussion wurde von TV-Journalist Johannes Kaul moderiert. In ihr kam zum Ausdruck, man solle an die Menschlichkeit appellieren. Der internationale Gerichtshof in Den Haag solle diesen Krieg genau untersuchen. Zum Ausdruck kam auch, dass die Situation in den Medien nicht richtig dargestellt werde. Seit 41 Jahren gebe es in diesem Gebiet immer wieder Krieg und alle schauten zu. Jeder Bürger solle sich darum bemühen, richtige Informationen zu erlangen. Im Gazastreifen passierten große Kriegsverbrechen. Nicht nur die deutschen Politiker, sondern die ganze Welt schaue zu und unternehme nichts. Bestätigen konnte die Unterdrückung der Menschen im Gazastreifen auch Gabi Weber, die mit einem Palästinenser verheiratet ist.

Autor: Lothar Köpfer