Musik von Telemann, Astor Piazzolla und Chick Corea

Margrit Matyscak

Von Margrit Matyscak

Mo, 20. Februar 2017

St. Blasien

Christian Kütemeier, Christian Wernicke und Adrian Brenneisen erfreuen ihre Zuhörer beim Klosterkonzert mit Gitarrenklängen.

ST.BLASIEN. Zum zweiten Klosterkonzert traten das Gitarren Duo Orfeo und der Special Guest Adrian Brenneisen auf. Die im Klostersaal selten zu hörenden Instrumente bescherten ein ausverkauftes Haus. Im Duo Orfeo ist Christian Kütemeier Preisträger der Volksbank Hochrhein-Stiftung, auch Adrian Brenneisen wurde entsprechend ausgezeichnet. Daher übernahm die Volksbank Hochrhein-Stiftung die Schirmherrschaft für das Konzert.

Von Georg Philipp Telemann (1681-1767) interpretierte das Duo Orfeo fünf Sätze der Gulliver Suite. Die Musiker malten mit ihren Instrumenten Bilder der Reisen Gullivers. Die mit Kunststoffsaiten bespannten Gitarren mussten häufig nachgestimmt werden, besonders, wenn die gezupften Saiten in raschem Wechsel Arpeggien und Akkorde lieferten. Christian Kütemeier diente mit Akkorden eher der Begleitung, Christian Wernicke trug die Stücke mit Arpeggien und Melodien. Beide Gitarristen zeichneten sich durch Virtuosentum aus.

Von Johann Kaspar Mertz (1806 - 1856) erklangen die drei Trauerlieder "Am Grabe der Geliebten", "Unruhe" und "Barkarole".

Von Padre Antonio Soler (1729 - 1783) schloss sich der Fandango an. Ursprünglich war er für Cembalo komponiert worden, wurde dann aber vom Komponisten selbst für Gitarren umgesetzt. Das Konzertstück war ursprünglich ein Tango, wurde dann aber verboten, weil er anrüchig sei.

Für Johann Sebastian Bachs (1685 - 1750) Fuge zu drei Stimmen wurde Adrian Brenneisen integriert. Ebenso für Präludium und Fuge von Mario Castelnuovo-Tedesco (1895 - 1968). "Wann beginnt Musik und wann das musikalische Experiment", fragte Christian Kütemeier das Publikum. Bei der Fandango-Phase, 2011 vom Duo Orfeo geschrieben, war diese Frage schwierig zu beantworten. Das aus drei Takten bestehende Motiv wird über die gesamte Spielzeit ununterbrochen wiederholt. Bei Ravels Bolero ist die ständig wiederkehrende Phrase länger und das gesamte Stück dadurch musikalischer.

Bei Chick Corea (geb. 1941) teilten sich Christian Kütemeier und Christian Wernicke die unterschiedlichen Spielarten der Gitarre streng auf. Kütemeier schlug Akkorde, Wernicke zupfte Melodien. Mit Brasilia und La Fiesta stellten die beiden Musiker zwei starke Bilder vor die Augen der Zuhörer.

Für die Tango Suite des Astor Piazzolla (1921 - 1992) wurde die Gitarrendecke außerdem als Percussion genutzt. Die drei Sätze Deciso, Andante und Allegro erklangen spannungsreich und rhythmisch variationsreich. Man könne zum Tango nuevo auch tanzen, behauptete Christian Kütemeier, aber dazu waren die Sätze nicht ebenmäßig genug. Faszinierend das Trio Finale mit Improvisationen. Mit Kanons und Folgeläufen erfüllten die Gitarren den Improvisationsstil. Auch die Zugabe war eine Improvisation. Starker Applaus belohnte die Musiker für ihr engagiertes Konzert.