Von der Vielfalt seines Werks

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Do, 28. September 2017

St. Peter

Konzert als Porträt des Schweizer Trompeters und Komponisten Felix Argast in St. Peter .

ST. PETER. Eine ganze Reihe von Künstlern war aufgeboten, um in der Barockkirche in St. Peter am Wahlsonntag ein Konzertprogramm aus dem umfangreichen Werk des Basler Kirchenmusik-Komponisten Felix Argast vorzutragen. Dessen Tochter – die Mezzosopranistin Patricia Argast – sowie Regina Kabis (Sopran), Monja Sobottka (Rezitation), Matthias Stich (Saxophone) und Bezirkskantor Johannes Götz an der Orgel boten in wechselnden Besetzungen einen Querschnitt aus dem breiten Spektrum des heute 80-jährigen Schweizer Komponisten.

Eine "Partita" in drei Teilen für Tenor-Saxophon und Orgel bildete den Auftakt des Konzerts. Der heiteren "Intrada" folgte im zweiten Teil eine getragene "Air", und am Schluss der "Galliarde" wurde es fast jazzig. Einen bedeutenden Teil von Argasts Kompositionen nehmen Interpretationen von geistlichen Texten ein, entweder begleitet gesungen oder meditativ auf Basis von Rezitationen instrumental ornamentiert.

Beim "Pater noster" sorgten das einfühlsame Orgelspiel und die klare Stimme von Regina Kabis für Eindringlichkeit, ebenso wie beim Marienhymnus "Ave Maria et gloria patri, et filio, et spiritui sancto".

Saxophon ersetzt die Orgel

Patricia Argast brachte fünf lyrische Verse – darunter der bekannte "Laudato si" – aus dem "Cantico delle Creature" von Franz von Assisi in ihres Vaters Version zur Geltung, eingebettet in ein tragendes Orgelfundament.

Im Falle des "Song for an angel" übernahm die Rolle der Orgel Michael Stichs unter die Haut gehendes Saxophon-Spiel, und der geistliche Inhalt wurde abwechselnd im Gesang von Patricia Argast und der rezitierenden Monja Sobottka transportiert. Den musikalischen Saxophon- Meditationen zwischen den Rezitaten aus eigenen psalmartigen Texten von Argast und dem biblischen Buss-Psalm "De profundis clamavi" hatte der Komponist überwiegend atonalen Charakter gegeben, was mitunter irritierend wirken konnte. Ganz anders Argasts Meditationsmusik zu einem Spiritual-Text "Feet O’Jesus" von Langston Hughes. Matthias Stich und Johannes Götz glänzten dabei wie im folgenden Stück "Spiritual" durch ihr kongeniales Zusammenspiel.

Das Konzert überzeugte mit seiner Spur durch die Vielfalt des Werks von Felix Argast und die Interpreten überraschten immer wieder durch die unterschiedlichen Besetzungen und die während des Konzerts immer wieder veränderten Standorte – im Chorraum für alle sichtbar, auf der Orgel-Empore fürs Publikum verborgen.

Das Konzertprogramm fand großen Beifall bei den Besuchern und auch der selbst anwesende Felix Argast zeigte sich tief bewegt.