Stegen baut Unterkünfte für rund 50 Flüchtlinge

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Do, 28. September 2017

Stegen

Gemeinderat beschließt Standort hinter dem Vereinshaus / Zur Anschlussunterbringung kommen bis Jahresende noch 44 Menschen.

STEGEN. Am Montag standen elf der vom Landratsamt für das Restjahr 2017 zur Anschlussunterbringung angekündigten 44 Geflüchteten vor dem Stegener Rathaus. Sie mussten zügig in Notunterkünften untergebracht werden. Schon einen Tag später reagierte der Gemeinderat mit einer gewichtigen Entscheidung. Auf dem Gemeindegrundstück in der Verlängerung des Feuerwehr- und Vereinshauses im Gewerbegebiet sollen Flüchtlingsunterkünfte in Holzbauweise errichtet werden.

Bereits in den Jahren zuvor war der Plan gehegt worden, auf dem Grundstück ein festes Bauwerk mit Flüchtlingswohnungen zu errichten, die nach dem möglichen Abebben der Migrationsströme als Sozialwohnungen vermietet werden könnten. Er scheiterte seinerzeit an dem massiven Widerstand der benachbarten Firma Wandres. In der Folge schaffte es die Verwaltung im engen Zusammenwirken mit dem Unterstützerkreis für Geflüchtete, die favorisierte dezentrale Unterbringung im Gesamtort zu realisieren, zumal im Verlauf des ersten Halbjahres die Zuteilungszahlen stagnierten.

Nach dem erneuten Anstieg müssen jetzt aber schnell weitere Unterkünfte geschaffen werden. Die Verwaltung sichtete zahlreiche Angebote von Container- oder Holzbauherstellern. Daher konnte sich der Gemeinderat mit einer vom Bauausschuss vorberatenen Angebotsliste befassen.

Zuvor jedoch ging es um die Standortfrage. Im Zentrum der Diskussion stand erneut der Platz im nördlichen Anschluss an das Vereinshaus und entlang der Sportplatzgrenze des Bildungs- und Beratungszentrums für Hörgeschädigte in Stegen. Alle weiteren Alternativen auf Gemeindegrundstücken, zum Beispiel auf der Festwiese entlang des Gebiets Stockacker, wurden verworfen.

Bürgermeisterin Fränzi Kleeb ist zuversichtlich, sich mit der Firma Wandres hinsichtlich der Lärmschutzfrage verständigen zu können. Am Ende folgte das Gremium einstimmig der Beschlussempfehlung der Verwaltung.

Das Gremium stützte sich auf eine Liste von vier ausgewählten Anbietern von Containerbauten und entschied sich für eine Holzbauweise. Gemäß der Beschlussempfehlung des Bauausschusses rückte das Angebot der schwedischen Holzbaufirma Honka über zwei einstöckige Gebäudekomplexe mit Satteldächern für 50 Menschen in den Fokus. Diese sind mit Appartements mit Gemeinschaftseinrichtungen im Sanitär- und Küchenbereich ausgestattet.

Hilfreich war, dass Erhard Heizler als Vertreter des Honka-Service-Centers Süd anwesend war, um Fragen zu beantworten. Die Häuser werden in Modulen in Holzbauweise aufgebaut und können innerhalb weniger Wochen realisiert werden. Auch hier entschied sich der Rat einstimmig für die empfohlene Nord-Süd-Ausrichtung, um gegebenenfalls Photovoltaik-Module nutzen zu können.

Das Angebotsvolumen der Firma Honka beläuft sich auf rund 740 000 Euro. Sie ist damit der günstigste Bieter. Im laufenden Vermögenshaushalt sind 220 000 Euro für Flüchtlingsunterkünfte eingestellt und weitere 500 000 für einen geplanten Dachausbau des Rathauses. Darauf soll bis auf weiteres verzichtet werden und beide Summen als Deckungsbeitrag dienen.

In einem dritten einstimmigen Beschluss wurde der Verwaltung auf eigenen Antrag ein begleitender Arbeitskreis aus allen Gruppierungen des Gremiums an die Seite gestellt. Die Räte ermächtigten gleichzeitig die Verwaltung, alle Aufträge in der Sache nach beratender Hörung des Arbeitskreises zu vergeben. Dem Arbeitskreis gehören an: Claudia Glißmann (SPD), Martin Leo Rombach (CDU, Pit Müller (Grüne) und Siegfried Thiel (FWG).