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05. Dezember 2015

Aufschütten mit Bauchweh

Knappe Entscheidung des Hägelberger Ortschaftsrates für einen Bauantrag zur Geländeauffüllung.

  1. Nicht zurück schauen will Hägelbergs Ortschaftsrat. Landwirt Werner Eiche wurden trotz Bedenken die Aufschüttungen auf seinem Hof im Nachhinein genehmigt. Foto: Robert Bergmann

STEINEN-HÄGELBERG. Nicht leicht machten es sich die Hägelberger in einer außerordentlichen Sitzung des Ortschaftsrats am Mittwoch. Nach langen Diskussionen wurde der mittlerweile vorliegende Bauantrag des Landwirts Werner Eiche zur Aufschüttung von Erdaushub auf seinem Grundstück mit knapper Mehrheit befürwortet.

Wo genau der Anfang der verzwickten Auseinandersetzung um das Grundstück auf dem Gewann Langmatt in Hägelberg liegt, ist nur noch schwer nachzuvollziehen. Auch die BZ hat über den Fall mehrfach berichtet. Fakt ist aktuell, dass Werner Eiche Erdmaterial, wohl überwiegend aus dem Hägelberger Baugebiet "In den Bergen", aufschütten lassen möchte und dies auch bereits ohne Genehmigung veranlasst hat.

Bezüglich des Einreichens und Vorliegens der notwendigen Planunterlagen gibt es unter den Beteiligten eine unterschiedliche Wahrnehmung. Und so kam das Verfahren nicht voran.

Für heftigen Unmut sorgte dann die Ankündigung von Werner Eiche in der Badischen Zeitung, dass er ohne Genehmigung aufschütten lassen werde. Die Ortschaftsräte Marcel Grüterich und Uwe Bühler kritisierten dieses Vorgehen, wie auch Ortsvorsteherin Gabriele Kaiser-Bühler, mit deutlichen Worten. Eiche, so hieß es, habe die Zeitung für seine Interessen instrumentalisiert. Auch Ortschaftsrat Wolfgang Ganter zeigte sich empört über die Vorgeschichte zu dem Antrag des streitbaren Landwirts. Hier sei bei der Kommunikation einiges schiefgelaufen. Mit Befremden nahm Hägelbergs Ortschaftrat zudem zur Kenntnis, dass die nicht genehmigte Baumaßnahme lange Zeit vom Landratsamt nicht gestoppt wurde.

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Um endlich eine vernünftige Lösung für die Zukunft zu erreichen, berieten die Ortschaftsräte in einer engagierten Diskussion, wie nun der Bauantrag zu bewerten sei. Die Begründung, es handele sich um eine Maßnahme zur Bodenverbesserung und für bessere Bewirtschaftungsmöglichkeiten, sei für einige nicht nachvollziehbar, sagte Gabriele Kaiser-Bühler. Schließlich sei die Bodenbeschaffenheit von Aushub und Einbauort nahezu gleich. Durch den Einbau entstünde zudem eine neue Böschung. Auch sei die Einbaufläche mit mehr als 3000 Quadratmetern viel größer als die beantragten 1700 Quadratmeter. Beim Gewässerrandstreifen am Bachlauf sei man Werner Eiche entgegengekommen, hier würden nur fünf statt zehn Metern gefordert.

Im Beschluss des Ortschaftsrates wurden dann einige Forderungen mit aufgenommen, als Voraussetzung für eine Zustimmung. Darunter fallen die Pflege der festgelegten Ausgleichsmaßnahmen, die Wiederherstellung des beanspruchten Zufahrtsweges sowie eine lückenlose Dokumentation des eingebauten Materials. Gunther Braun, der stellvertretende Ortsvorsteher, erklärte, dass jetzt vor allem eine fachliche Begleitung der Aufschüttung durch das Landratsamt wichtig sei sowie die Einhaltung und Überwachung des Baurechts.

Die Entscheidung fiel am Ende knapp aus für die Genehmigung mit drei Zustimmungen, zwei Ablehnungen und einer Enthaltung. Der Antrag geht jetzt weiter in den Bauausschuss der Gemeinde.

Autor: Gabriele Poppen