Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

18. Juli 2017

Speisen, trommeln, reden

Beim Begegnungsfest in der Gemeinschaftsunterkunft wurden viele Sinne angesprochen.

  1. Begegnungsfest in der Steinener Gemeinschaftsunterkunft: Beim Trommelworkshop war auch Bürgermeister Gunther Braun voll im Rhythmus. Foto: Gudrun Gehr

  2. Eglima aus Afghanistan versorgte die Gäste mit einer traditionellen Süßspeise. Foto: Gudrun Gehr

STEINEN Ein fröhliches Miteinander, Gespräche, Kennenlernen, interkultureller Austausch: Ein rundum gelungenes Sommerfest in der Gemeinschaftsunterkunft in Steinen.

Das Fest eröffnete Caritas-Vertreterin Christina Meinzer-Folk , die für die Koordination der Helferkreise zuständig ist.

Die aktuell etwa 70 Bewohner der Unterkunft am äußeren Ende des Wiesenwegs hatten sich vor allem kulinarisch mächtig ins Zeug gelegt: Verführerische Düfte strömten aus den Küchencontainern und ließen den Gästen das Wasser im Munde zusammenlaufen. Ein leckeres Buffet mit Speisen der fleißigen Kochteams aus Pakistan, Iran, Gambia, Afghanistan, Irak und Syrien wartete auf die Besucher, unter denen sich viele Helfer aber auch ehemalige Bewohner fanden.

Das aus sieben jungen Männern bestehende Kochteam aus Pakistan hatte liebevoll "Biryani" zubereitet, eine speziell gewürzte Hähnchenspeise mit Reis. Keinesfalls fehlte die traditionelle "Kheer"-Soße mit Kuskus. Eglima und Honsara aus Afghanistan vom Küchenteam nebenan kümmerten sich um eine süße Nachspeise "Jalaibi", frittierten Teig, Salate und feinen Kuchen. Sabine und Gerry Kwasny vom Begegnungscafé freuten sich über die Unterstützung durch eine Familie aus dem Iran am Vortag bei der Herstellung von Frikadellen. "Die waren fleißig wie die Bienen".

Werbung


Bürgermeister Gunther Braun meinte zu Beginn seiner Ansprache: "Ich gebe zu, ich bin hier viel zu selten." Die Standortfrage der Gemeinschaftsunterkunft habe sich zwischenzeitlich erledigt, und die Bewohner könnten in Steinen zufriedenstellend versorgt werden. Braun bedankte sich bei den Helferkreisen für die Betreuung der Neubürger. "Schön, dass durch dieses Fest ein bisschen was in Steinen bewegt werden kann". Auch freute er sich auf eine Teilnahme am Trommler-Workshop, da seine Djembe zuhause schon länger nicht mehr gespielt wurde. Gerhard Pfänder meinte: "Mit den Bewohnern haben wir von Beginn an bereits mehrere Feste durchgeführt. "So schaffen wir einen zwanglosen Rahmen zur Begegnung".

Zur Unterhaltung hatten der Perkussionist Badou Sene und Christiane Mutter-Sene zum "Djembe-Workshop" eingeladen. Das Paar, das in Lörrach Kurse gibt, hatte mehrere Trommeln mitgebracht. Schnell waren die Plätze an den Instrumenten von interessierten Bewohnern und Gästen belegt. Badou Sene, Trommel-Lehrer und Vollblutmusiker, aus dem Senegal stammend, leitete seine Mitstreiter zielsicher an. Im Handumdrehen war die Gemeinschaftsunterkunft in rhythmisches Schwingen versetzt. Bereits nach wenigen Takten war das Publikum in den Bann der Rhythmen gezogen. Niemand hielt es auf den Sitzgelegenheiten aus, und alle klatschten und wippten bei dem von Badou Sene getrommelten Klangteppich begeistert mit.

Mitorganisiert hatte das Fest die "Initiative Nachbarschaftshilfe" von Pfarrer Kai Thierbach, "Steinen hilft" mit Gabriele Kaiser-Bühler und Team sowie der Caritasverband. Auch Pfarrer Gerhard Pfänder mit der Gruppe des Begegnungscafés hatte alle Hände voll zu tun.

Autor: Gudrun Gehr